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Hohe Strafe für millionenschweren Betrug an Microsoft

Bochum (dpa) - Im millionenschweren Betrugsprozess um gefälschte Microsoft-Programme hat das Landgericht Bochum eine der bislang höchsten Strafen weltweit gegen einen Software-Piraten verhängt. Der 38 Jahre alte Geschäftsmann ist am Donnerstag zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil ist rechtskräftig.

Bochum (dpa) - Im millionenschweren Betrugsprozess um gefälschte Microsoft-Programme hat das Landgericht Bochum eine der bislang höchsten Strafen weltweit gegen einen Software-Piraten verhängt. Der 38 Jahre alte Geschäftsmann ist am Donnerstag zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil ist rechtskräftig.

Der geständige Angeklagte aus Willich am Niederrhein hatte billige Software-Programme, die nur für den Einsatz an Schulen zugelassen waren, neu verpackt und als teure Vollversionen weiterverkauft. Den Käufern soll ein Schaden von insgesamt knapp zehn Millionen Euro entstanden sein. Der Familienvater hatte sich von den Gewinnen ein Leben in Luxus geleistet.

«Wir begrüßen die Entscheidung des Gerichts und sehen dies als Beleg dafür, dass Softwarepiraterie als schwerwiegendes Verbrechen zunehmend ernst genommen wird», sagte Hans-Jürgen Croissant von Microsoft Deutschland in München. Mit dem 38-Jährigen sei der Anführer eines der größten deutschen Netzwerke von Softwarefälschern verurteilt worden, sagte Croissant.

Der Angeklagte hatte zwischen Mai 1998 und Juni 2000 in Belgien fast 26 000 günstige Software-Schulversionen erworben und nach Deutschland gebracht. In speziell eingerichteten Fälscherwerkstätten wurden die Microsoft-Verpackungen anschließend so verändert, dass nichts mehr auf die eingeschränkte Zulassung hinwies. Anschließend wurden die Software-Pakete als teure Vollversionen an Computergeschäfte weiterverkauft. Inhaltlich unterschieden sich die Schulversionen nicht von den frei verkäuflichen Vollversionen.

Den ahnungslosen Kunden hat damit keine lizenzierte Software vorgelegen. Außerdem hätten sie bei eventuell auftretenden Problemen kein Anrecht auf technische Unterstützung durch Microsoft gehabt. Dem Weltkonzern selbst sei ein Schaden von rund 4,5 Millionen Euro entstanden.

Laut Gericht hat der Softwarefälscher rund 40 Immobilien erworben und eine Vielzahl von Lebensversicherungen abgeschlossen. Außerdem legte er sich einen imposanten Fuhrpark zu, dessen Schmuckstücke ein 230 000 Euro teurer Bugatti und ein Rolls-Royce-Cabrio waren. «Der Angeklagte liebte das Auffällige und das Besondere», sagte der Vorsitzende Richter der 12. Strafkammer, Wolfgang Mittrup, in der Urteilsbegründung.

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