Hohe Verluste bei Finanzdienstleister
Gold-Zack wechselt Vorstand aus

Der Finanzdienstleister Gold AG-Zack hat 2001 überraschend einen hohen Verlust verbucht und wechselt nach nur zehn Monaten Amtszeit den Vorstandschef aus.

Reuters DÜSSELDORF. Das im MDax gelistete Unternehmen teilte am Dienstag mit, auf Grund der unverändert unbefriedigenden Marktentwicklung an den Finanzmärkten seien zum Jahresende 2001 umfangreiche Wertberichtigungen vorgenommen worden. Diese hätten nach ersten Berechnungen zu einem Fehlbetrag von 215 Millionen Euro geführt nach einem Gewinn von knapp 99 Millionen Euro im Jahr zuvor.

Der erst seit Juni vergangenen Jahres amtierende Vorstandschef Christian Stolorz habe seinen Posten zum 25. März niederlegt, hieß es. Die Aufsichtsratsmitglieder Dietrich Walther und Rolf Rickmeyer würden dafür nun zunächst in den Vorstand wechseln.

Ein großer Teil der Wertberichtigungen sei auf den Anteil an der Gontard & Metallbank entfallen, die zum Bilanzstichtagskurs bewertet worden sei. Der Fehlbetrag sei bewertungsbedingt und daher nicht liquiditätswirksam. Im Herbst vergangenen Jahres hatte Gold-Zack für 2001 noch ein Ergebnis nahe des dreistelligen Millionen-DM-Bereiches in Aussicht gestellt.

Der Ausblick für 2002 sei jedoch positiv, hieß es weiter. Durch die Tilgung eines Schuldscheindarlehens mit Aktien entstehe im ersten Quartal ein zweistelliger Millionenertrag. Darüber hinaus sei die Liquiditätssituation wesentlich verbessert worden. Der vollständige Jahresabschluss solle am 23. April veröffentlicht werden.

Walther wird vorübergehend wieder Gold-Zack-Chef

Nach dem hohen Verlust will der Aufsichtsrat nun Walther für die Dauer eines Jahres wieder zum Vorstandschef machen, bis ein Nachfolger gefunden ist. Walther hatte dieses Amt seit 1996 bis zum vergangenen Jahr inne und baute dabei den ehemaligen Gummibandhersteller zum Emissionshaus beziehungsweise Finanzdienstleister um.

Gold-Zack begründete den Wechsel mit unterschiedlichen strategischen Ansätzen für die Unternehmenszukunft. Durch die zügige Umsetzung der Personalentscheidung wolle das Unternehmen in die Lage kommen, nach dem negativen Ergebnis des Vorjahres das operative Geschäft schnell auszubauen.

Aktie brach teilweise um 17 Prozent ein

Der ohnehin schwache Aktienkurs brach nach Bekanntgabe des Verlustes zeitweise um mehr als 17 Prozent ein. Die Papiere verzeichneten am Nachmittag noch einen Abschlag von fast zehn Prozent auf 1,57 Euro, während der MDax knapp behauptet notierte.

"Die Anleger haben mittlerweile das Vertrauen in das Papier verloren", kommentierte eine Händlerin den Kurseinbruch. "Man muss sich nur den Kursverlauf anschauen, der mit anhaltend schlechten Nachrichten unterlegt wurde." Seit November vergangenen Jahres haben die Titel gut 64 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Für die Börsianerin sei das enttäuschende Ergebnis nicht überraschend gewesen. "Aber für manche Privatanleger war das wohl ein Schock", so die Händlerin.

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