Hohe Verluste bei Tochter Aiwa – Boom bei „Vaio“-Computern und Digitalkameras
Sony kämpft mit Währungskursen und Lieferproblemen

Während eine starke Nachfrage nach Elektronikprodukten bei Sony die Umsätze nach oben treibt, belasten Lieferprobleme bei der „Playstation 2“, ein starker Yen und Verluste der Tochter Aiwa die Gewinnerwartungen.

pos/Reuters TOKIO. Der japanische Technologiekonzern Sony Corp. hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2000/2001 zwar einen um 11 % geringeren Gewinn als im Vorjahresquartal ausgewiesen, die Erwartungen der Analysten jedoch übertroffen. Sony begründete den verringerten Betriebsgewinn von 146,5 Mrd. Yen (rund 2,6 Mrd. DM) vor allem mit der Stärke des Yen gegenüber Euro und auch Dollar. Auf Basis lokaler Währungen gerechnet, habe das stark exportorientierte Unternehmen den operativen Gewinn sogar noch um fünf Prozent gesteigert. Absolut gesehen habe der Umschwung der Währungskurse rund 25,5 Mrd. Yen gekostet, heißt es. Die Analysten hatten einen um 20 % verringerten Betriebsgewinn erwartet.

Auch der Reingewinn des Konzerns sei im Vergleich zum Vorjahresquartal um 23 % auf 72,24 Mrd. Yen gefallen, teilte Sony am Donnerstag nach Börsenschluss in Tokio mit. Für das Gesamtjahr wird nunmehr mit einem konsolidierten Nettogewinn von 5 Mrd. Yen (rund 87 Mill. DM) gerechnet. Damit werden die noch im Oktober 2000 verkündigten Gewinnaussichten glatt halbiert. Neben Problemen mit hohen Verlusten bei der angeschlagenen Konzerntochter Aiwa (37,2 Mrd. Yen Verlust werden erwartet, Sony-Anteil an Aiwa 51 %) trägt zur Abwärtsrevision auch eine unbefriedigende Bilanz der Spielkonsole "PlayStation 2" bei - mit höheren Anlaufverlusten als geplant und schleppenden Softwareverkäufen. Die Absatzprognosen für die Videokonsole bis Ende März wurden wegen erneuter Probleme mit Chiplieferungen von 10 Mill. auf 9 Mill. Einheiten herunter geschraubt.

Geänderte US-Abschreibungsregeln wirken auch belastend

Belastend wirkte sich im Quartal auch eine Änderung der Abschreibungsregeln in den USA aus. Marketingkosten für Kinofilme müssen jetzt sofort abgeschrieben werden, bislang durften sie auf 10 Jahre verteilt werden. Das Quartal wurde laut Sony alleine dadurch mit 14 Mrd. Yen belastet.

Die Umsatzprognose für den Konzern wurde bei 7,2 Bill. Yen für das laufende Geschäftsjahr belassen. Die Annahmen beruhen aber darauf, dass sich die Lage an den Devisenmärkten beruhigt: Für das 4. Quartal sieht Sony den Dollar im Schnitt bei 116 und den Euro bei 110 Yen.

Positiv werteten Analysten, dass Sony im wichtigen Elektronikbereich (speziell "Vaio" Notebooks, Handys, Video- und Digitalkameras und Multimediaprodukte) weiter gut verdient und damit die Verluste der Spielesparte - erst ab September 2001 erwartet Chief Financial Officer Teruhisa Tokunaka hier wieder Gewinne - mehr als ausgleichen kann. Die Schätzung für das rein operative Ergebnis des Jahres wurde von Sony auch entsprechend von 230 auf 260 Mill. Yen angehoben. Unsicher ist aber noch der wichtige US-Markt: Hier lässt die Nachfrage der Konsumenten bereits nach, erklärte Sony - eine Folge der sich anbahnenden Wirtschaftsflaute.

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