Hohe Verluste im Geschäft mit Spielen und Musik-Software
Sony schreibt rote Zahlen

Der japanische Sony-Konzern weist für das erste Halbjahr seines Geschäftsjahres einen Verlust aus. Veränderte Abschreibungsrichtlinien in den USA und eine gegenüber der Planung eingeschränkte Produktion der Spielkonsole Playstation2 werden als Gründe angegeben.

ga/gil/dpa TOKIO. Der japanische Elektronikkonzern Sony schreibt rote Zahlen. Er begründet dieses schlechte Abschneiden im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres vor allem mit veränderten Bilanzrichtlinien in den USA. Allerdings spielten auch hohe Investitionen in die neue Spielkonsole Playstation2 eine Rolle sowie eine geringere Produktion wegen der Knappheit an Bauelementen. An der Börse verlor die Sony-Aktie zum Auftakt knapp 4 %.



Der Konzern verbuchte in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres 2000/01 (31.3.) auf konsolidierter Basis bei einer Umsatzsteigerung von 4,6 % auf 3,26 Bill. Yen (umgerechnet rund 30 Mrd. $) eine drastische Verschlechterung der Ertragslage. Nach Sonderabschreibungen im Filmgeschäft wird ein Verlust von 68,5 Mrd. Yen ausgewiesen nach einem Gewinn von 64,9 Mrd. Yen im Vorjahr.



Lediglich der Elektronikbereich und das Versicherungsgeschäft arbeiteten im operativen Bereich mit schwarzen Zahlen. Das operative Ergebnis konnte in dieser Sparte trotz der global ungünstigen Wechselkursentwicklung um fast 180 % auf 132,6 Mrd. Yen verbessert werden. In den im Vorjahr noch profitablen Sparten Computerspiele sowie Film- und Musik-Software wurde demgegenüber insgesamt ein operativer Verlust von fast 40 Mrd. Yen eingefahren. Maßgeblich hierfür waren in Europa und den USA Engpässe bei der Versorgung der Märkte mit den Spiel-Konsolen. Dies beeinträchtigte dann auch den Software-Absatz. Die us-amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften entsprechende Einmal-Abschreibung von Film-Vermarktungskosten schlug sich im außerordentlichen Bereich mit 101,7 Mrd. Yen nieder und führte zu dem hohen Verlustausweis.



Für das Gesamtjahr erwartet Sony unverändert bei einer Umsatzsteigerung von 8 % eine Reduzierung des operativen Ergebnisses um 4 % auf 230 Mrd. Yen. Sony hofft dabei weiterhin, einen Gewinn von 10 Mrd. Yen auszuweisen, was allerdings um 92 % unter dem Vorjahresniveau liegen würde. Hierbei wird von einem Wechselkursniveau von 105 Yen/$ und 93 Yen/Euro ausgegangen.



Seine internationalen Finanzgeschäfte bündelt Sony in einer neuen Tochtergesellschaft. Die Sony Global Treasury Services plc soll im Dezember in London mit einem Startkapital von 86 Mrd. Yen gegründet werden. Über das neue Unternehmen sollen künftig sämtliche Devisengeschäfte der Gruppe abgewickelt werden.



Sonys

langerwartete neue Spielkonsole Playstation2 ist in den USA am Donnerstag auf den Markt gekommen. Die Playstation gilt in den USA trotz des relativ hohen Preises von 299 $ bereits als der größte Verkaufsschlager für das Weihnachtsgeschäft. Starttermin für den deutschen Markt ist der 24. November. Allerdings kann Sony wegen Produktionsschwierigkeiten statt der geplanten eine Million Konsolen nur 500 000 ausliefern. Der Grund ist eine Verknappung von Chips, die in Deutschland zu einer Verschiebung des Verkaufsstarts führte.



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