Hohe Verluste
Kommentar: Siemens selten ohne Probleme

Der Siemens-Konzern ist eine große Familie mit fast 15 Bereichen mit jeweils mehreren Milliarden Mark Umsatz. Und in dieser Familie ist fast immer ein Kind krank. Lediglich im vorherigen Geschäftsjahr konnte Konzernvater Heinrich v. Pierer stolz verkünden, alle Kinder seien gesund und erwirtschafteten brav Gewinne. Ein Jahr später hängt der Haussegen schief. Gleich fünf Geschäftsgebiete arbeiten mit Verlust und haben den gesamten Konzern tief in die roten Zahlen gerissen.

Jetzt sind es vor allem die Bereiche Telekom-Netze und EDV-Dienstleistungen, die dem Konzernchef Sorgen machen. Doch im Unterschied zu früher greift Pierer jetzt schnell und hart durch. Neben einem hohen Stellenabbau im Telekom-Bereich setzt er jetzt auch personelle Konsequenzen im Vorstand durch. Der Netze-Chef musste bereits im Juli seinen Hut nehmen, der für das EDV-Geschäft zuständige Vorstand räumt jetzt seinen Stuhl. Dagegen erhält der Handy-Chef ausdrückliches Lob, weil er die Verluste in dem schwierigen Markt schnell und entschlossen auf ein erträgliches Maß gesenkt hat.

Der Gemischtwarenladen Siemens profitiert zurzeit von seinen traditionellen Sparten Industrie, Kraftwerke, Verkehr, Medizin und Osram. Von einigen dieser Aktivitäten hätte sich der Konzern nach dem Rat vieler auf High Tech fixierter Analysten längst trennen sollen. Doch sie erwirtschaften heute das Geld, um die Umstrukturierung der Sorgenkinder zu finanzieren. Ein allein auf die New Economy ausgerichteter Siemens-Konzern hätte längst den Weg zum Konkursrichter antreten müssen.

Doch auch die traditionellen Geschäftszweige können sich dem Abschwung nicht auf Dauer entziehen. Bereits jetzt sinkt der Auftragseingang in einigen wichtigen Bereichen wie Automatisierung und Kraftwerke. Wenn die jetzigen Probleme gelöst sind, könnten neue Krankheitsfälle der Siemens-Familie Sorgen bereiten.

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