Hohe Verschuldung
IWF hilft Argentinien

Erstmals seit eineinhalb Jahren hat der IWF dem hochverschuldeten Argentinien neue Hilfen in Aussicht gestellt.

dpa BUENOS AIRES. Denkbar sei ein auf drei Jahre angelegtes Programm, damit der neue Präsident Nestor Kirchner genügend Zeit für die notwendigen Reformen erhalte, sagte IWF-Direktor Horst Köhler zum Abschluss eines zweitägigen Besuchs am Dienstagabend in Buenos Aires. Einzelheiten wurden nicht bekannt. Der sozialdemokratisch orientierte Kirchner betonte, seine Regierung werde kein unerfüllbares Abkommen unterzeichnen.

Argentinien schuldet privaten Gläubigern 150 Milliarden Dollar (130 Mrd Euro) und den internationalen Finanzorganisationen weitere 30 Milliarden Dollar. Im Verhältnis zu den privaten Gläubigern hatte sich das Land Anfang 2002 für zahlungunfähig erklärt. Dem IWF muss Argentinien bis Jahresende 10,8 Milliarden Dollar zahlen, was den gesamten Devisenreserven der Zentralbank entspricht. Kirchner möchte hier deshalb einen Zahlungsaufschub.

Köhler informierte sich in Argentinien vor allem über die wirtschaftliche und soziale Lage und das politische Programm der neuen Regierung. "Besonders beeindruckt" habe ihn Kirchner, sagte Köhler. Die Gespräche seien in einer sehr kooperativen Atmosphäre verlaufen und der bisher im Umgang mit Argentinien strenge Köhler habe erstaunlich viel Verständnis für die schwierige Lage des Landes gezeigt, hieß es in Pressekommentaren.

Kirchner betonte, Argentinien könne seine Schulden erst wieder bezahlen kann, wenn die wirtschaftliche und soziale Lage stabilisiert worden ist. Zwar wächst die Wirtschaft nach fünf Jahren Rezession wieder, aber noch immer leben etwa 60 Prozent der Argentinier unterhalb der Armutsgrenze. Die privaten Gläubiger sollen deshalb auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten. Wirtschaftsminister Roberto Lavagna stellte den Gläubigern ein erstes Angebot für September in Aussicht.

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