Hoher Ausgabepreis
Fraport-Aktie fällt deutlich unter ihren Ausgabekurs

Die Aktie des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport AG haben an ihrem zweiten Handelstag kräftige Einbußen verbucht und damit Händlern zufolge sogar den vorbörslichen Handel mit Papieren von Börsenaspiranten belastet.

Reuters FRANKFURT. Bis zum Nachmittag fiel die Fraport-Aktie um mehr als 4 % auf 33,35 ? und notierte damit deutlich unter ihrem Ausgabepreis von 35 ?. Gegen Spätnachmittag legten die Titel wieder leicht zu und gingen mit 33,69 Euro aus dem Handel, ein Verlust von 3,19 Prozent.

Händler führten die Kursverluste unter anderem darauf zurück, dass der Emissionspreis der Papiere nicht wie von vielen Marktteilnehmern erwartet zwischen 33 und 34 ? gelegen habe. "Aus meiner Sicht ist die Aktie zu teuer an den Markt gekommen", sagte ein Fonds-Manager. Ein Fraport-Sprecher führte indes die Einbußen auf die generell negative Tendenz der Börse zurück.

Fraport

- Intraday-Chart

Für 35 ? je Stück waren die Fraport-Aktien am Montag im Rahmen eines der größten europäischen Börsengänge in diesem Jahr in den Amtlichen Handel der Frankfurter Börse gebracht worden. Mehr als 26 Mill. Aktien inklusive einer Mehrzuteilungsoption ("Greenshoe"), die am Montag bereits voll ausgeübt wurde, brachte der größte und erste börsennotierte deutsche Flughafen an den Markt. Die Zeichnungsspanne für die Fraport-Aktien hatte bei 32 bis 37 ? gelegen. Private Frühzeichner hatten einen Preisabschlag von einem Euro erhalten. Rund 29 % der Aktien wurden am Markt verkauft, der Rest liegt weiterhin beim Land Hesen, der Stadt Frankfurt und dem Bund. Das Emissionsvolumen beläuft sich nach den Angaben inklusive des Greenshoe auf rund 914 Mill. ?.

Ausgabepreis höher als erwartet

Zahlreiche Marktteilnehmer führten am Dienstag die schwache Tendenz der Fraport-Aktie auf den Ausgabepreis zurück, der höher als erwartet ausgefallen sei. "35 ? war ein bisschen viel, mehr als wir erwartet haben", hieß es bei einer Fonds-Gesellschaft. Vor dem Hintergrund des nach wie vor hohen Festbesitzanteils erscheine das Unternehmen damit hoch bewertet, sagte ein Analyst. Auch hätten zahlreiche Anleger offensichtlich auf kurzfristige Kursgewinne spekuliert, die ausgeblieben seien, weshalb sie jetzt bereits aus dem Investment wieder ausstiegen.

Fraport-Sprecher Klaus Busch bekräftigte angesichts der Kursverluste der jungen Aktie seines Unternehmens: "Wir haben immer gesagt, dass wir kein Spekulations-Papier sind. Wenn der gesamte Markt runtergeht, geht auch die Fraport-Aktie mit". Der Deutsche Aktienindex (Dax) büßte bis zum Nachmittag 1,6 % ein, der Nebenwert-Index MDax, in den die Fraport-Aktie nach Expertenmeinung schon im Spät-Sommer aufsteigen könnte, verlor 0,1 %.

Fraport-Aktie belastet Graumarkt

Auch einige Analysten führten das Abrutschen der Fraport-Aktie eher auf das Umfeld als auf den Ausgabepreis zurück. Die Nachfrage nach den ersten deutschen Flughafen-Aktien sei sehr stark gewesen, so dass die nun zu beobachtenden Kursverluste ein wenig überraschten, sagte Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Ein anderer Analyst verwies darauf, dass Fraport noch in keinem Aktien-Index gelistet sei und somit von zahlreichen Fonds-Gesellschaften noch nicht gekauft werde. Auch zeige die negative Tendenz des Titels, dass die Zeit für Börsengänge offenbar nicht wie von einigen erhofft bereits wieder reif sei.

Die schwache Entwicklung der Fraport-Aktie belastete am Dienstag auch den so genannten Graumarkt, an dem Geschäfte mit noch-nicht emittierten Papiere kurz vor einem Börsengang stehender Gesellschaften getätigt werden. "Der Handel per Erscheinen lebt von der Erwartung auf Zeichnungsgewinne", sagte ein Händler des Wertpapierhandelshaus Lang & Schwarz. Die Verluste des Fraport-Papiers wirkten sich daher belastend aus. Darunter litten auch andere, am Graumarkt gehandelte Papiere, hieß es.

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