Hoher Bedarf in China
Analysten erwarten höhere Kupferpreise

Ungeachtet der zuletzt stark gedrückten Kurse regt sich jetzt erster Optimismus über eine baldige Erholung der Buntmetallpreise.

cla LONDON. Die Kupfernotierungen, aber auch die Preise für Aluminium, Blei, Zink und Nickel haben zuletzt mehrmonatige Tiefstände markiert. "Der Handel steht einstweilen noch im Bann der negativen Entwicklungen an den Börsen", erklärt John Tyree, von den Kupferhändlern Rosenthal Collins in New York die fortgesetzte Baisse bei den Metallen. Verunsichert ist der Markt zudem über einen möglichen Krieg im Irak. Der schleppende Wirtschaftsverlauf und der scharfe Rückgang des Anfang dieser Woche in Chicago veröffentlichten US-Einkaufsmanagerindex haben die gebeutelten Metallpreise weiter gedrückt. Doch dessen ungeachtet regt sich bereits erster Optimismus über eine baldige Erholung der Buntmetallpreise.

An der Londoner Metallbörse (LME) haben sich die Vorräte an Kupfer nach den rapiden Rückgängen der letzten Wochen bereits um 11% von ihrem Rekordstand im Mai zurückgebildet. Das scheint für das Australian Bureau of Agricultural and Resource Economics (Abare) der richtige Zeitpunkt für eine recht optimistische Prognose zu sein. Das australische Institut prognostiziert, dass der Welt-Kupferverbrauch im Zuge der wirtschaftlichen Erholung im Jahr 2003 um 5,2 % auf 15,63 Mill. t zunehmen wird. Die Produktion werde dagegen nur um 1,6 % auf 15,62 Mill.t wachsen. Vor diesem Hintergrund erwartet das Abare einen jahresdurchschnittlichen Kupferpreis von 1 810 Dollar je Tonne. Gegenwärtig notiert das Metall an der LME bei 1 440 Dollar. Noch im Juni hatte das Institut für das kommende Jahr einen durchschnittlichen Preis von 2 050 Dollar vorhergesagt. Für das laufende Jahr lautet die durchschnittliche Preisprognose auf 1 580 Dollar.

Ingrid Sternby von Barclays Capital hält das Risiko eines weiteren Preisverfalls bei Kupfer für begrenzt. Aus ihrer Sicht wird vor allem der "unersättliche Appetit" Chinas auf das rote Metall dessen Preis künftig verstärkt stützen. Die Nettoeinfuhren von Raffinadekupfer hätten sich gegenüber dem Jahr 2001 bereits verdoppelt. Die chinesische Kupfererzeugung werde kaum mit dem um jährlich etwa 20% steigenden Bedarf Schritt halten können. Dieser sei zunehmend auf importiertes und am Weltmarkt knapper werdendes Kupferkonzentrat und-schrott angewiesen. Auch das Abare erwartet in China wegen der laufenden Infrastrukturinvestitionen eine erhebliche Ausweitung der Kupfernachfrage.

Jim Lennon von Macquarie Research in London geht für das kommende Jahr erstmals wieder von einem weltweiten Produktionsdefizit bei Kupfer aus. Er rechnet mit einem jahresdurchschnittlichen Anstieg des Preises um 13,3%. Bei Nickel und Zinn hält er sogar Preissteigerungen von über 17% für möglich. Für Blei prognostiziert er einen Anstieg um 11%. Mit Notierungen von nur knapp über 400 Dollar je Tonne liegt Blei gegenwärtig auf dem niedrigsten Niveau seit neun Jahren. Belastend wirkten zuletzt anhaltende Verkäufe von Fonds.

"Sehr besorgt" ist Lennon allerdings im Hinblick auf die weitere Entwicklung des Aluminiumpreises. Für das kommende Jahr erwartet er lediglich eine Erholung um voraussichtlich 4,75%. Im Jahr 2004 würden dann umfangreiche Kapazitäten - sowohl in China als auch im Westen - neu auf den Markt zu kommen.

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%