Hoher Fehlbetrag für 2001
Telesens unter akutem Finanzdruck

Die seit Monaten finanziell angeschlagene Telesens KSCL AG muss für das vergangene Jahr einen hohen Fehlbetrag ausweisen. Das Unternehmen gerät nun akut unter Druck, einen Liquiditätsengpass zu überwinden.

Reuters KÖLN. Telesens hat 2001 nach internationaler Rechnungslegung einen Umsatz von 82 Millionen Euro und einen Fehlbetrag von 245 Millionen Euro verbucht. Diese Zahlen werde die Deutsche Telekom, die mittelbar 25,9 Prozent an dem Kölner Unternehmen hält, in ihrem nach US-Recht vorzulegenden Jahresbericht veröffentlichen, teilte die ehemals am Neuen Markt und inzwischen am Geregelten Markt notierte Gesellschaft mit. Die Verbindlichkeiten liegen demnach bei 69 Millionen Euro, das Eigenkapital bei 66 Millionen Euro. Diese Zahlen seien nicht testiert und könnten sowohl nach oben als auch nach unten erheblich abweichen, sagte eine Telesens-Sprecherin.

Nachdem die Royal Bank of Scotland als ehemalige Gesellschafterin und langjährige Hausbank der schottischen Telsens-Tochter einen Geldtransfer zum Mutterkonzern auf Grund unzureichender Kreditsicherheiten untersagt hatte, hatte der Kölner Software-Entwickler Anfang Juni seine Zahlungsunfähigkeit erklärt. Man suche nach Wegen, die Insolvenz zu vermeiden, hieß es damals.

Die Gespräche mit Investoren liefen auf Hochtouren, sagte die Telesens-Sprecherin. Das Unternehmen hat laut Aktiengesetz bis zum 24. Juni Zeit, den Liquiditätsengpass zu überwinden. Andernfalls muss die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt werden. Telesens war im Zuge der Krise der Telekommunikationsbranche wiederholt in Finanznöte geraten und hatte mehrfach Finanzspritzen in zweistelliger Millionen-Euro-Höhe von Investoren erhalten, unter anderem von der Gold AG-Zack und der Telekom-Tochter T-Venture. Die Aktie gab erneut um 6,5 Prozent auf 0,29 Euro nach.

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