Hoher Quartalsverlust
Konkurrenz macht AMD zu schaffen

Der US-Mikroprozessor-Hersteller Advanced Micro Devices (AMD) hat im abgelaufenen Quartal einen überraschend hohen Verlust verbucht. Das Unternehmen führte dies auf den zunehmenden Wettbewerbsdruck durch Branchenprimus Intel und die anhaltend schwache PC-Nachfrage zurück.

Reuters SAN FRANCISCO. Zwar dürfte der Umsatz im laufenden Vierteljahr geringfügig steigen, das Unternehmen werde aber dennoch rote Zahlen schreiben, teilte AMD am Mittwochabend nach US-Börsenschluss mit. Einen derart hohen Wettbewerbsdruck habe er bisher noch nicht erlebt, sagte AMD-Chef Hector Ruiz nach Bekanntgabe der Quartalszahlen in einem Interview.

Intel-Manager Paul Otellini hatte jüngst erklärt, sein Unternehmen habe im vergangenen Quartal wohl zwei oder drei Prozentpunkte beim Marktanteil zugelegt. Während AMD einen rückläufigen Quartalsumsatz auswies, war er bei Intel kaum verändert geblieben. Vorbörslich gaben AMD-Aktien am Donnerstag deutlich nach.

Vierter Quartalsverlust in Folge

In den vergangenen drei Monaten verbuchte AMD zum vierten Mal in Folge einen Quartalsverlust. Analysten erwarten für AMD frühestens im Schlussquartal 2003 wieder schwarze Zahlen. Der Nettoverlust habe im zweiten Quartal 184,9 Millionen Dollar oder 0,54 Dollar je Aktie betragen nach einem Gewinn von 17,4 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum, teilte die im kalifornischen Sunnyvale ansässige AMD mit. Analysten hatten im Mittel mit einem Verlust je Aktie von lediglich 0,45 Dollar gerechnet.

Der Umsatz fiel den Angaben zufolge binnen Jahresfrist um 39 Prozent auf 600,3 Millionen Dollar. Dies war der stärkste Rückgang seit dem zweiten Quartal 1999. Analysten hatten einen Erlös in dieser Höhe erwartet, nachdem AMD im vergangenen Monat bereits zweimal seine Umsatzprognose deutlich gesenkt hatte.

AMD erwartet auch im laufenden Quartal rote Zahlen

Auch für das laufende dritte Quartal geht AMD trotz eines zu erwartenden saisonal bedingten Umsatzwachstums zum Vorquartal von einem Verlust aus. Analysten rechnen mit einem Fehlbetrag je Aktie von 0,34 Dollar.

Skeptisch stimmte Experten zufolge eine Andeutung von AMD, wonach das Unternehmen im zweiten Quartal mehr Prozessoren verkauft hat als letztendlich in PCs und Notebooks verarbeitet werden konnten. Analyst Dan Niles sieht dadurch - wie bereits im ersten Quartal - die Gefahr einer Ausweitung der Lagerbestände der Intel - und AMD-Kunden. "Wenn das wahr ist, könnte dies wirklich ärgerlich für das dritte Quartal werden", sagte Niles.

AMD-Aktien fielen am Donnerstag im vorbörslichen Instinet-Handel weiter auf 8,75 Dollar, nachdem sie bereits im regulären Nasdaq-Handel um sieben Prozent auf 9,33 Dollar nachgegeben hatten. Auf die Chipwerte an den europäischen Märkten hatten die AMD-Zahlen nach Händlerangaben dagegen kaum Einfluss. In einem insgesamt festeren Gesamtmarkt zogen die Aktien des Chipherstellers Infineon beispielsweise um 3,4 Prozent an. "Was wir jetzt sehen, ist eine leichte Abkoppelung von den USA", sagte Händler Christian Schmidt von der Helaba in Frankfurt.

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