Hoher Verlust im dritten Quartal
Neuer Rettungsplan für EM.TV

Durch eine Neugestaltung der 2005 fälligen Wandelanleihe sollen die Bondgläubiger von EM.TV die Mehrheit an dem Unternehmen erhalten. Damit soll der auch im dritten Quartal hohe Verluste schreibende TV-Rechtevermarkter langfristig überleben können.

HB MÜNCHEN. "Ohne Restrukturierung wäre die Insolvenz aus heutiger Sicht nicht zu vermeiden", sagte Konzernchef Werner Klatten. Das Konzept sei allerdings noch nicht in trockenen Tüchern: "Die Implementierung ist schwierig genug und wird selbst Monate in Anspruch nehmen." Ziel sei März 2004. Die im SDax gelistete EM.TV-Aktie profitierte nur kurz von der Nachricht und rutschte dann bis zu 25 Prozent ins Minus. Im dritten Quartal verbuchte der Konzern wegen millionenschwerer Wertberichtigungen erneut einen kräftigen Verlust.

Im Zuge des äußerst komplexen Deals werden die Bondgläubiger Klatten zufolge zunächst 60 Prozent einer verkleinerten, von ihrer Beteiligung an der Tele München Gruppe (TMG) getrennten EM.TV halten. Durch die Ausgabe neuer Aktien für die Altaktionäre - Voraussetzung hierfür ist unter anderem allerdings ein Anstieg des Kurses - könnten diese ihren Anteil am Unternehmen wieder auf 50 Prozent erhöhen.

Das Konzept sieht den Angaben zufolge vor, dass die Gläubiger komplett auf die Rückzahlung des Bonds verzichten und dafür ihre Forderungen in vier verschiedene Vermögensansprüche eintauschen: - Die Anleihe-Gläubiger sollen eine Barzahlung von 20 Millionen Euro erhalten. - Zugleich wird die 45-prozentige Beteiligung an der Medienfirma Tele München Gruppe (TMG) in eine Holding - genannt "HoldCo I" - übertragen. Die Rechte daran erhalten über einen Zero-Coupon die Anleihegläubiger, wobei EM.TV bei einem Verkauf der TMG jene Erlöse zustehen würde, die über einen Betrag von 150 Millionen Euro hinausgeht. - Nahezu alle anderen Vermögenswerte EM.TVs sollten in eine zweite Holding - "HoldCo II" - eingebracht werden. An dieser Gesellschaft, Rechtsnachfolgerin der alten EM.TV, werden die Gläubiger 60 Prozent halten. - Die "HoldCo II" wird zudem eine fünfjährige Optionsanleihe über 50 Millionen Euro mit acht Prozent Jahresverzinsung emittieren, die den Gläubigern den Kauf von zusätzlich 11,11 Prozent des Grundkapitals ermöglicht.

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