Hohes Unfallrisiko
Sportlich versichert

Sportlich versichert Rauf auf die Mountainbikes, rein in die Inlineskates, Trekkingschuhe und den Klettergurt. Mit dem ersten Sonnenstrahl zieht es die Hobbysportler nach draußen. Damit steigt auch das Unfallrisiko. Nicht jede Versicherung zahlt den Schaden. Manche Sportarten sind selbst der Assekuranz zu heiß.

DÜSSELDORF. Jedes Jahr werden in Deutschland sechs Millionen Menschen bei Unfällen zu Hause, in der Freizeit oder beim Sport so schwer verletzt, dass sie in ärztliche Behandlung müssen. Fast 10 000 verunglücken tödlich.

Die Folgen von Unfällen beim Sport werden oft unterschätzt - auch finanziell. Eine Haftpflicht ist für Hobbysportler deshalb oberstes Gebot. Liebhaber von Fun-Sportarten sollten bei Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherung auf Ausschlüsse in den Vertragsbedingungen achten. Auch bei der Lebensversicherung ist nicht jede sportliche Aktivität "erlaubt".

Radler gegen Passant

Nach Paragraph 823 des Bürgerlichen Gesetzbuchs muss jeder für einen angerichteten Schaden in voller Höhe haften. Das gilt auch beim Sport. Schon ein Zusammenstoß zwischen Radler und Passant kann zu schweren Verletzungen führen. Im schlimmsten Fall wird einer von beiden durch den Unfall querschnittsgelähmt. Ist der Schuldige nicht ausreichend versichert, hat er schlechte Karten. Allein Krankenhauskosten und Rehabilitation können leicht eine Million Euro verschlingen. Wenn der Schwerverletzte jung ist und gut verdient, werden zudem immense Summen für seine Rentenansprüche fällig. Eine private Haftpflichtversicherung kommt für den Schaden auf und hilft vor Gericht, zum Beispiel wenn die Gegenseite überhöhte Ansprüche stellt.

Bei Unfällen in der Freizeit gibt es im Unterschied zum Job keinen gesetzlichen Schutz. Eine private Unfallversicherung kann Einkommenseinbußen auffangen, falls der Verletzte seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Dabei muss man allerdings bedenken, dass Unfälle nur für ein Zehntel der Invaliditätsfälle verantwortlich sind. Das heißt mit einer Berufsunfähigkeitspolice ist der Versicherte unter Umständen besser bedient, deckt sie doch einen größeren Gefahrenbereich ab.

Skater aufgepasst

Unsicher war bisher die Rechtslage beim Modesport Nummer eins, dem Inline-Skating. Bei Unfällen mit den schnellen Schuhen entschieden die Gerichte von Fall zu Fall, wer den Schaden bezahlen muss.

Die Versicherungsfrage ist jetzt geklärt - bei einem Crash auf verbotenem Terrain zahlt immer der Skater. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe dürfen Skater weiterhin nicht auf Radwegen und Straßen fahren, sie müssen - wie Fußgänger - Gehwege benutzen. Inlineskates gelten nach wie vor als Spielzeuge - wie Kinderroller.

Im Klartext bedeutet das: Wenn auf dem Radweg etwas passiert ist, der Skater schuld. Auch bei einem Unfall auf der Straße zahlt die Versicherung nicht, denn der Skater hätte laut BHG-Urteil auf dem Gehweg fahren müssen.

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