Hohes Wachstumspotenzial
Bayer will Life-Science-Geschäft ausbauen

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer wird seinen Anteil des so genannten Life-Science-Geschäfts am Gesamtumsatz unter dem künftigen Vorstandschef Werner Wenning weiter ausbauen.

Reuters LEVERKUSEN. "Das Innovations- und Wachstumspotenzial ist in dem Bereich viel höher", sagte Finanzvorstand Wenning am Montagabend vor Journalisten in Leverkusen. Er löst nach der Hauptversammlung am Freitag Vorstandschef Manfred Schneider ab. Nach der Übernahme der Aventis Pflanzenschutzsparte CropScience mache das Life-Science-Geschäft mit Gesundheit und Pflanzenschutz bereits rund 55 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Eine Verbesserung der Börsenkapitalisierung von Bayer hänge wesentlich von der Lösung des Problems im Pharmabereich ab, erläuterte Wenning. Das Thema Partnersuche habe daher ganz klar Priorität. Die möglichen Kandidaten seien dabei überschaubar. "Eine richtige Kapitalverflechtung - das können sie nur mit ganz wenigen machen." Außerdem sei eine Partnerschaft mit einem größeren Pharmaunternehmen als der Bayer Pharmasparte nicht sehr realistisch, unterstrich Wenning. Mehr Klarheit über die weitere Entwicklung in der Sparte Gesundheit erwartet er bis Jahresende. "Wir hoffen, dass wir bis Ende des Jahres eine gewisse Indikation geben können." Einen Wettbewerbsvorteil sieht Wenning für die Bayer Gesundheitssparte künftig insbesondere durch die Kombination des Diagnose- mit dem Pharmageschäft.

In der Sparte Chemie suche Bayer ebenso wie im Gesundheitsgeschäft einen Partner, der sich mit einer Minderheitsbeteiligung zufrieden gibt, bekräftigte Wenning. Wenn das nicht funktioniere, müsse überlegt werden, was in den einzelnen Chemie-Geschäftsfeldern gemacht werde. Hier sei bei kleineren Partnerschaften eine Minderheitsposition von Bayer denkbar.

Auf der Prioritätenliste ganz oben stehe die Integration von Aventis CropScience, betonte Wenning. Zugleich zeigte sich Wenning zuversichtlich bezüglich der von der Europäischen Kommission geforderten Abgabe von rund 600 Millionen Euro Umsatz im Pflanzenschutzgeschäft. Diese Auflage war Bedingung für die Genehmigung der Transaktion. Er sei "sehr guter Dinge", die Auflagen in einem vernünftigen Verhältnis zum Kaufpreis für CropScience erfüllen zu können. Für das Aventis-Insektizid Fipronil hätten sich bereits die ersten Interessenten gemeldet. Die Kommission hatte vergangene Woche unter Auflagen grünes Licht für die bislang größte Übernahme von Bayer für 7,25 Milliarden Euro inklusive Schulden von rund 1,9 Milliarden Euro gegeben.

Eine konjunkturelle Verbesserung erwartet Wenning im zweiten Halbjahr 2002. "Ich glaube schon, dass es im zweiten Halbjahr besser wird." Konkrete Anzeichen dafür, etwa beim Auftragseingang, könne er jedoch noch nicht erkennen. Auch das US-Management von Bayer gehe von einer Verbesserung aus, fügte er hinzu.

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