Holländer mit einer imponierenden Zwischenbilanz
Die Selbstverständlichkeit des Siegens

Roy Makaay hat in 23 Spielen schon 15 Tore geschossen und dem FC Bayern ein Stück seiner Identität zurückgegeben.

MÜNCHEN. Roy Makaay redet, wie er spielt. So wie der Stürmer von Bayern München auf dem Platz mit seinen Kräften haushaltet, so tut er es außerhalb mit Worten. Gerne verwendet er Formulierungen von bestechender Klarheit, am häufigsten greift der Holländer auf die Sätze "Is normal" oder "Is kein Problem" zurück - so häufig übrigens, dass Zuhörer einmal ein Spiel daraus machten, zu zählen, was er häufiger sagt. Es gewann "Is kein Problem" mit 6:4, weil er diesen Satz vier Mal in einer einzigen Antwort unterbrachte.

Natürlich ist egal, was ein Spieler sagt, solange er seine Leistung bringt, erst recht gilt das also für Roy Makaay. In seinem Fall hilft die Sprachanalyse dennoch weiter. Weil er spielt, wie er redet. Nie ist die geradlinige Effizienz des Holländers für den Deutschen Meister so wertvoll gewesen wie in der vergangenen Woche. Am Mittwoch sicherte er den Münchnern beim 1:0 über Anderlecht mit seinem Elfmetertor den Verbleib in der Champions League, am Sonnabend hievte er seine Mannschaft durch den Treffer zum 1:0 gegen Stuttgart auch im Ligabetrieb zurück in die Spur. An Makaays Stärke lässt sich die derzeitige Schwäche seiner Mannschaft aufzeigen: "Er ist einer, der kein Problem mit Druck hat und da ist, wenn es drauf ankommt", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Ausgerechnet der Holländer, auf dessen Schultern nach dem Wechselspektakel und der Abschiebung von Publikumsliebling Giovane Elber der größte Druck lastete, hat sich den ursprünglichsten FC-Bayern-Charakterzug zu eigen gemacht, deren Verlust die Münchner zuletzt so betrübt hatte: feinstes, trotziges Mia-san-mia. Ganz unbeabsichtigt hat er dem Verein ein Stück seiner Identität zurückgegeben: die Selbstverständlichkeit des Siegens.

In der Champions League erzielte Makaay fünf der insgesamt sechs Tore. In der Bundesliga hält er die Münchner mit acht Toren im Titelrennen, im DFB-Pokal traf er bisher zwei Mal in drei Spielen. Wenn er traf, gingen die Bayern erst zwei Mal als Verlierer vom Platz.

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