Hollywood-Protest gegen Irak-Krieg
Friedensdemos in den USA

In den USA haben zehntausende Amerikaner am Dienstag gegen einen möglichen Irak-Krieg demonstriert. Mehr als 100 Hollywood-Stars protestierten in einem offenen Brief gegen die Kriegsvorbereitungen der US-Regierung. Das Weiße Haus bezeichnete die Proteste als "altehrwürdige" demokratische Tradition.

HB/dpa LOS ANGELES. "Der Präsident glaubt auch, dass Gewalt im Irak nicht der richtige Weg ist. Deshalb hofft er, dass Saddam Hussein sich entwaffnet", sagte Präsidentensprecher Ari Fleischer.

Vor den Vereinten Nationen in New York wurden rund 100 Demonstranten festgenommen, darunter Kirchenvertreter. In Washington marschierten mehr als 300 Menschen mit Plakaten in der Nähe des Weißen Hauses. "Die Welt wird uns hassen, und die einzigen Menschen, die wir im Irak töten, sind Menschen wie Du und ich", sagte Vietnam- Veteran William Ellerman in Washington der Zeitung "USA Today". Umfragen zeigen allerdings, dass die Mehrheit der Amerikaner mit der Entsendung von Bodentruppen in den Irak einverstanden ist.

An der Universität in Ann Arbor in Michigan bauten Studenten einen "Friedhof". Auf den Grabsteinen aus Pappe stand "irakisches Kind" oder "Iraker". In Chicago besetzten rund 20 Demonstranten ein öffentliches Bürogebäude. In Providence (Rhode Island) marschierten Demonstranten mit Protestplakaten vor Regierungsgebäuden. Friedensgruppen hatten zum "Tag der Menschenrechte" im ganzen Land zu Protestaktionen aufgerufen. Sie verfehlten nach Medienschätzungen allerdings ihr Ziel, 200 000 Menschen zu mobilisieren.

Die Hollywood-Stars forderten in ihrem Schreiben eine diplomatische Lösung der Irak-Krise. Ein Krieg würde das menschliche Leid vergrößern und Angriffe von Terroristen wahrscheinlicher machen. "Das Kriegsgerede in Washington ist alarmierend und unnötig", hieß es in dem Schreiben. "Wir sind patriotische Amerikaner, die auch glauben, dass Saddam Hussein keine Massenvernichtungswaffen haben darf. Wir unterstützen rigorose UN-Waffeninspektionen, um die völlige Entwaffnung des Iraks sicher zu stellen." Zu den Unterzeichnern gehören Matt Damon, Kim Basinger, Helen Hunt, Martin Sheen, Susan Sarandon und Samuel L. Jackson.

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