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Holzmann-Konzern hält an Auslandsgeschäft fest

adx FRANKFURT. Der Baukonzern Philipp Holzmann (Frankfurt/Main) hält an seinem Auslandsgeschäft fest. Eine Unternehmenssprecherin wies am Mittwoch auf Anfrage einen Bericht der Düsseldorfer "Wirtschaftswoche" zurück, wonach Holzmann das profitable Auslandsgeschäft mit der US-Tochter Jones abspalten und für rund drei Milliarden Mark verkaufen wolle. Ebenfalls dementiert wurde ein Bericht der "Süddeutschen Zeitung", wonach die Deutsche Bank ihren Kapitalanteil an Holzmann von rund 30 Prozent auf 19,6 % gesenkt habe.

"Wir wollen das Auslandsgeschäft weiter ausbauen", sagte die Holzmann-Sprecherin. Der Bericht sei eine "Ente". Die Sprecherin bestätigte, dass es am Dienstag eine "ganz normale" Bankensitzung gegeben habe, bei der es aber nicht um den Verkauf des Auslandsgeschäfts gegangen sei. Im Zuge der Sanierung sei ein Verkauf auch nicht förderlich. Aus Bankenkreisen verlautete, dass an diesen Gerüchten "nichts dran" sei.

Die "Wirtschaftswoche" hatte weiter berichtet, dass Holzmann-Konzernchef Konrad Hinrichs bereits seit Wochen über einen Rückzahlungsaufschub für den Konsortialkredit von einer Milliarde Mark, der ursprünglich bis Ende November getilgt sein sollte, verhandele. Hinrichs Angebot, den Kredit durch den Verkauf von Immobilien zu tilgen, war an unterschiedlichen Bewertungsauffassungen gescheitert. Das Aktienkapital der Holzmann ist zu 64 % in Bankbesitz.

19,6 % der Holzmann-Aktien hält die Deutsche Bank. Der Anteil sei auch nie höher gewesen, sagte Banksprecher Walter Schuhmacher auf Anfrage. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, Holzmann-Aktien seien an bisher nicht genannte "befreundete Investoren" der Deutschen Bank weitergereicht worden. Dabei müsse es sich um mindestens drei Adressen handeln, da Beteiligungen über 5 % veröffentlichungspflichtig gewesen wären. Bekannt sei nur eine frühere Mitteilung der Bayerischen Landesbank, die 5,23 % an dem Baukonzern halte. Daneben seien die Gevaert-Gruppe, die Dresdner Bank, die Commerzbank und die HypoVereinsbank engagiert.

An der Kapitalerhöhung zur Sanierung des Konzerns im vergangenen Jahr habe sich die Deutsche Bank zwar beteiligt, aber nur in dem Maße, dass Anteile über "nahestehende Gesellschaften und Unternehmen" gezeichnet worden seien, sagte der Sprecher des Kreditinstituts. Namen nannte er nicht. Dabei habe es sich um keine meldepflichtigen Vorgänge gehandelt, da die Beteiligungen die Fünf-Prozent-Grenze nicht überschritten hätten. Die Beteiligung an Holzmann sei mit 19,6 % unverändert geblieben. Zu Gerüchten über den Verkauf von Auslandsgeschäften nahm Schuhmacher keine Stellung.

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