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Holzmann sieht weitere Stabilisierung des Unternehmens

Der Baukonzern Philipp Holzmann sieht für das Gesamtjahr 2001 eine weitere wirtschaftliche Stabilisierung des Unternehmens und strebt ein positives Konzernergebnis an. "Diese Annahme wird durch Erfolge bei der abgeschlossenen Sanierung und der weit fortgeschrittenen Restrukturierungsarbeit unterstützt," sagte Holzmann-Chef Konrad Hinrichs am Mittwoch auf der Hauptversammlung.

Reuters FRANKFURT. In den ersten fünf Monaten liege die Geschäftsentwicklung im Plan. Holzmann werde sich im Jahresverlauf von weiteren Beteiligungen trennen und auch nicht betriebsnotwendigen Immobilienbesitz abstoßen. Die Schulden des Konzerns sollen zudem weiter abgebaut und die Geschäftstätigkeit im Ausland weiter ausgebaut werden. Hinrichs kündigt eine Entscheidung über die Unabhängigkeit von Holzmann bis zum Frühjahr 2002 an.

Der Frankfurter Baukonzern hatte Ende 1999 überraschend Milliardenverluste bekannt gegeben und und war danach nur knapp einer Insolvenz entgangen. Im vergangenen Jahr hatte Holzmann nach eigenen Angaben aufgrund der anhaltenden Rezession in der deutschen Bauwirtschaft sein Ziel verfehlt, ein ausgeglichenes Ergebnis zu erwirtschaften.

In den ersten fünf Monaten 2001 liege die Geschäftsentwicklung trotz rückläufiger Konzernleistung nunmehr voll im Plan, sagte Hinrichs den Aktionären weiter. Die Konzernleistung sei von Januar bis Mai im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,1 % auf 4,65 Mrd. DM zurückgegangen, was vor allem auf den Verkauf von Beteiligungen zurückzuführen sei. Im Inland habe sich die Leistung um 18,7 % verringert, im Ausland dagegen um 3,1 % zugenommen. Trotz der rückläufigen Zahlen im Konzern habe die Leistung 14,1 % über der eigenen Zielsetzung gelegen. Das Betriebsergebnis liege in den ersten fünf Monaten im Plan.

Bei den Neuaufträgen habe Holzmann im Fünfmonatszeitraum einen Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 25 % auf 4,17 Mrd. DM verzeichnet. Der Auftragsbestand lag den Angaben zufolge zum 31. Mai bei rund 14 Mrd. DM. Für das Gesamtjahr 2001 plane Holzmann mit einem Rückgang der Neuaufträge um rund 10 %. Rund sechs Prozent sollen dabei allein auf den für die kommenden Wochen erwarteten Verkauf der Deutsche-Asphalt-Gruppe zurückzuführen sein. Die Bauleistung solle 2001 um 15 % sinken.

Konzernchef Hinrichs kündigte ferner an, sich im laufenden Jahr neben der Asphalt von weiteren 100 Beteiligungen mit einem Umsatz von rund 370 Mill. DMt zu trennen. Durch den Verkauf von Immobilien und Grundstücken sollen ferner rund 500 Mill. DM eingenommen werden. Mit den Erlösen sollen die Schulden bei den Kreditgebern bis zum Jahresende auf 3,1 Mrd. DM abgebaut werden. Ferner hieß es, der Anteil des Auslandsgeschäfts an der Konzernleistung solle in den nächsten Jahren auf 70 % erhöht werden.

Ob Holzmann weiter unabhängig bleibe, soll nach den Worten von Hinrichs "unvoreingenommen und ohne Präferenzen für eine bestimmte Lösung" im zweiten Halbjahr geprüft werden. Spätestens im ersten Quartal 2002 werde dann eine Entscheidung gefällt, hieß es.

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