Hopp und Strenger erweitern den Aufsichtsrat
Klage verzögert den Umbau von MLP

Der MLP-Vorstand Bernhard Termühlen versucht, Vorwürfe gegen sein Haus zu entkräften. Anneliese Hieke, von des Aktionärinnen e.V. hatte Anfechtungsklage gegen Pläne erhoben, vier Töchter in die Holding zu integrieren.

fs/rob FRANKFURT/M. Bernhard Termühlen wehrt sich gegen Kritiker. Der Vorstand des Finanzdienstleisters MLP AG versucht, die Vorwürfe gegen sein Haus zu entkräften. Anneliese Hieke, Vorsitzende des Anlegerschutzvereins Aktionärinnen e.V. hatte Anfechtungsklage gegen die Pläne von MLP erhoben, vier Töchter (Leben, Vermögensverwaltung, Versicherung, Login) in die Holding zu integrieren. Gleichzeitig wollte der Konzern seine Vorzugsaktien in Stammaktien umwandeln, um eine einheitliche Aktiengattung zu schaffen.

Die zur Integration benötigte Kapitalerhöhung um bis zu 37,25 % oder bis zu 29,5 Mill. stelle die "Plünderung einer Aktiengesellschaft auf Kosten der Aktionäre" dar, so der Vorwurf. Denn der Löwenanteil der bis zu 29,5 Mill. neuen Stückaktien komme den bisherigen Hauptaktionären zu, den Familien Lautenschläger und Termühlen. Termühlen nannte dies in einem Gespräch mit dem Handelsblatt als gerechtfertigt, seien die Familien schon jetzt die Haupt-Anteilseigner an den Firmen.

Einen weiteren Vorwurf, der Wert der Gesellschaften sei zu hoch angesetzt worden, versucht Termühlen mit dem Verweis auf eine Studie der Investmentbank Fox-Pitt, Kelton zu entkräften. Die Bewertung der Töchter habe erwartete Gewinne auf den heutigen Zeitpunkt abdiskontiert und sogar mit einem 40 %igen Abschlag versehen. Die Tochtergesellschaften erbringen bislang weniger als 20 % des Ergebnisses. MLP geht davon aus, dass sie bis 2010 rund zwei Drittel zum Gesamtergebnis beitragen. Termühlen ärgere sich auch über die mögliche Verzögerung der Neustruktur wegen der Anfechtung. Der Vorstand geht aber davon aus, dass die neue Struktur erst im Laufe des Jahres 2001 abgeschlossen sein wird.

Das Ziel von MLP, die Aufnahme in den Dax, den Index der 30 größten deutschen Aktiengesellschaften, sei dadurch nicht gefährdet. Man erfülle die Kriterien bereits über mehrere Monate. Bei der nächsten turnusmäßigen Umschichtung im September (oder früher) könne es seiner Meinung nach nur aufgrund eines möglichen Übergewichts bei Finanzdienstleistern im Index erneut nicht klappen. In Zukunft werde auch der Aufsichtsrat um drei Mitglieder erweitert. Aufgenommen werden Christian Strenger, ehemaliger Chef der Deutsche Bank-Fondsgesellschaft DWS sowie Dietmar Hopp, Gründungsmitglied der SAP.

Die Heidelberger wollen bei ihrer ausländischen Expansion sehr selektiv vorgehen. So werde die Gesellschaft in Großbritannien in diesem Jahr erst mit elf Beratern auftreten. Wenn diese am Ende des Jahres insgesamt 220 Kunden werben, sei Termühlen zufrieden. MLP betreute Ende 2000 mit rund 2000 Beratern 365 000 Kunden. Die Gesamterlöse betrugen im dritten Quartal 334 Mill. , der Konzerngewinn vor Steuern lag bei 50,2 Mill. .

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