Hoppe: Unterschied zwischen USA und Europa nicht mehr so groß
Bundesärztekammer begrüßt Entscheidung Bushs

Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg Dietrich Hoppe, hat die Entscheidung von US-Präsident George W. Bush zu einer begrenzten staatlichen Förderung der Stammzellen-Forschung begrüßt.

ap BERLIN. Damit würden Befürworter "von Experimenten mit Menschen und an Menschen" in die Schranken gewiesen, sagte Hoppe am Freitag im Deutschlandradio Berlin. Er erklärte aber auch, dass embryonale Stammzellen zu Forschungszwecken seiner Ansicht nach momentan nicht gebraucht würden.

Bush will die Förderung auf Forschung an bereits existierenden Reihen embryonaler Stammzellen begrenzen. Hoppe sagte, auf die staatliche Forschung bezogen seien nach Bushs Entscheidung die Meinungsunterschiede zwischen den USA und Europa nun nicht mehr so groß. "Aber die Differenzen im privaten Bereich sind natürlich groß, weil in den USA die privaten Unternehmen sozusagen machen können, was sie wollen, sie bekommen nur keine staatliche Unterstützung." Es gehe hier nicht um ein Gesetz, das Bush auf den Weg bringe, sondern es gehe lediglich darum, ob der Staat Geld dafür ausgebe.

Hoppe erklärte, die Forschung über die Verwendung der sogenannten Erwachsenen-Stammzellen (adulte Stammzellen) sei noch nicht abgeschlossen. "Die Ergebnisse, die daraus erwartet werden können, sind möglicherweise doch so positiv, dass wir embryonale Stammzellen überhaupt nicht brauchen." Er habe ethische Bedenken gegen die Aussage, Forschung an embryonalen Stammzellen sei leichter als an adulten. Es sei abzuwarten, ob die daraus gewonnenen Gewebezüchtungen zu Heilungszwecken genutzt werden könnten, denn es handele sich um Fremdgewebe, das vom Patienten möglicherweise wieder abgestoßen werden könne.

Der Präsident der Bundesärztekammer forderte die Bundesregierung auf, der Menschenrechtskonvention zur Biomedizin des Europarates beizutreten. Daneben könne man diese Konvention über Europa hinaus institutionalisieren.

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