Hormonmittel Tamoxifen (Nolvadex) gefunden: Ägypter Gohar war gedopt

Hormonmittel Tamoxifen (Nolvadex) gefunden
Ägypter Gohar war gedopt

Die Handball-Weltmeisterschaft in Portugal hat ihren ersten Doping-Fall: Der Ägypter Gohar Gohar war nach dem Vorrundenspiel der Gruppe D in Sao Joao de Madeira gegen Brasilien (31:24) positiv getestet worden. Das bestätigte der Weltverband IHF am Sonntag in einer Pressemitteilung.

HB/dpa LISSABON. Danach ist bei dem Ägypter das Hormonmittel Tamoxifen (Nolvadex) gefunden worden. Der 30-jährige Spielmacher des WM-Vierten von 2001 hat auf die Öffnung der B-Probe verzichtet und erklärt, das Mittel auf Anraten eines Arztes in seinem Heimatland genommen zu haben. Er war nach Bekanntwerden des Vergehens vom Turnier ausgeschlossen worden und ist bis auf weiteres gesperrt.

Bei seinen fünf WM-Einsätzen hatte Gohar, der bei Ahly Kairo spielt, sieben Tore erzielt. Ihm droht nun eine Sperre von maximal zwei Jahren. "Wenn das ein normaler Doping-Fall ist, ist das die normale Strafe", sagte Ulrich Strombach, Präsident des Deutschen Handball-Bundes (DHB). Da dieser Fall nach Auskunft der IHF ein besonderer ist, will der Verband erst das Internationale Olympische Komitee (IOC) konsultieren, bevor die Schieds- und Regelkommission des Weltverbandes den Fall nach Abschluss der WM verhandelt. Der Spieler wird zudem noch einmal zu einer Anhörung gebeten.

Wie aus IHF-Kreisen verlautete, lag der Bericht über den positiven Doping-Befund von Gijs Langevoort, Vorsitzender der Medizinischen Kommission, bereits seit Donnerstag vor. Für die WM waren insgesamt 100 Doping-Kontrollen geplant, von denen bis zum Sonntag 64 durchgeführt und im vom IOC akkreditierten Labor in Lissabon analysiert wurden.

Dopingkontrollen gibt es bei Handball-Weltmeisterschaften seit 1972. Als erster Dopingfall gilt der rumänische Torhüter Adrian Simion, der 1986 wegen der Einnahme von Ephedrin vom WM-Turnier ausgeschlossen worden war. Die Dänin Tina Madsen ist die erste Dopingsünderin. Sie wurde bei der B-WM 1983 positiv getestet und sofort gesperrt. Außerdem war das Spiel Rumänien - Dänemark (18:17) mit 10:0 für Rumänien gewertet worden.

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