Horrende Werbepreise während der Eiskunstlaufentscheidung
Michelle Kwan: Zu Gold verdammt

Michelle Kwan ist zu Gold verdammt. Mit einem Jahreseinkommen von vier Millionen Dollar hat die 21 Jahre alte Amerikanerin bereits alles erreicht, wovon ihre Eltern träumten, als sie von China nach Kalifornien einwanderten. Doch die Vision der viermaligen Eiskuntslauf-Weltmeisterin ist eine andere: Sie will am Donnerstag in Salt Lake City den Olymp besteigen.

dpa SALT LAKE CITY. "Natürlich will ich gewinnen", sagt die anmutige Eiskunstlauf-Prinzessin, mit deren Sieg ganz Amerika und besonders der Fernsehgigant NBC rechnet, der für die Kürentscheidung der Damen die Werbezeiten zu horrenden Preisen verkaufte.

Doch seit der Enttäuschung von Nagano vor vier Jahren, als Kwan der 15 Jahre alten Tara Lipinski den Vortritt lassen musste, ist sie gewarnt, dass der Wettkampf vor mehr als 16 000 Zuschauern im ausverkauften Salt Lake Ice Center kein Selbstgänger werden wird. "Es ist mir nicht wichtig, als Olympiasiegerin in die Geschichte einzugehen", sagt sie fast trotzig: "Die Leute sollen sich an das erinnern, was ich in den Sport eingebracht habe, Freude und Schönheit."

Für ihr ehrgeiziges Ziel hat Kwan in den vergangenen Monaten ihr Jura-Studium ruhen lassen, ihren Choreografen und ihren Trainer gefeuert. Nach fast zehn Jahren gemeinsamer Arbeit war Coach Frank Caroll von der plötzlichen Trennung im Oktober genauso geschockt wie die amerikanische Öffentlichkeit. Die Tageszeitungen ließen sich seitenweise darüber aus, dass ihr Eis-Darling die Winterspiele ohne einen Experten an der Bande angeht.

Die sechsmalige US-Meisterin blieb bei ihrer Entscheidung, über deren Gründe sie schweigt, und reiste nur mit ihrem Vater nach Utah. Dazu warf sie ihre Programme um und will am Dienstag die Kurzkür von vor zwei Jahren laufen, in der sie sich sicherer fühlt. Und das muss sie, denn ein kleiner Preisrichter- und Heimbonus wird ihr nur helfen, wenn sie fehlerfrei durchkommt.

Hinter ihr lauern die beiden amerikanischen Kronprinzessinnen Sarah Hughes (16) und Sasha Cohen (17) sowie die russische Dauer- Konkurrentin Irina Slutskaja (23). Alle drei verfügen sportlich über größere Möglichkeiten als die große Favoritin, doch an Kwans Ausstrahlung kommt keine andere heran. "Die meiste Zeit kämpfe ich gegen mich selbst", sagt die selbstbewusste Kwan.

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