Horrorwochenende erwartet: Australiens Feuerwehrleute erschöpft

Horrorwochenende erwartet
Australiens Feuerwehrleute erschöpft

Der Flammen-Albtraum nimmt kein Ende: Im Südosten Australiens drohen am Wochenende bei Temperaturen von fast 40 Grad und trockenen Winden neue Feuerwalzen. Nach New South Wales wappnet sich nun auch der angrenzende Bundesstaat Victoria gegen die ersten Buschbrände. Bei den Rettern lassen die Kräfte nach.

dpa SYDNEY. "Die Moral ist hoch, aber sie sind sehr erschöpft", sagte Feuerwehrchef Phil Koperberg. Die bisherige Bilanz des Infernos: Mehr als eine halbe Million Hektar Land sind verbrannt, 172 Häuser zerstört. Die britische Königin Elizabeth II., nominelles Staatsoberhaupt, drückte den Australiern ihr Mitgefühl aus.

In den Blue Mountains zog sich ein Feuerwehrmann schwere Verbrennungen an den Füßen zu und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Wie ein Ambulanz-Sprecher berichtete, brechen immer mehr Retter erschöpft zusammen. Glück hatten 14 Feuerwehrmänner, die am Donnerstag in der Nähe der Wentworth Falls 45 Minuten eingekesselt waren. Ein "Elvis"-Hubschrauber warf in letzter Minute rettende Wasserfluten in das Flammenmeer ab.

Außer in den Blue Mountains tobten die Brände besonders schlimm etwa 200 Kilometer südlich von Sydney. Die Flammenwand rückte dem Urlaubsort Bendalong gefährlich nahe. Die Feuerwehr sah keine Chance, den Brand zu stoppen, der sich langsam in Richtung der Küstenstadt fraß. Evakuierungen waren geplant. Im Süden und Westen Sydneys loderten nach wie vor etwa 80 Feuer, die durch Böen immer wieder angefacht und in unterschiedliche Richtungen getrieben wurden.

In einem Vorort Sydneys gelang es der Feuerwehr, einen absichtlich gelegten Brand unter Kontrolle zu bringen. Erneut trieben jugendliche Brandstifter ihr Unwesen. In Albury an der Grenze zwischen New South Wales und Victoria wurde ein 14 Jahre alter Junge festgenommen. Er soll eine Grasfläche neben einer Tankstelle in Brand gesteckt haben. In Sydney wurde ein 16 Jahre altes Mädchen wegen des Verdachts der Brandstiftung festgenommen. Damit wurden seit Beginn der Brandkatastrophe in Australien bereits mehr als 20 mutmaßliche Feuerteufel festgenommen, die meisten von ihnen Jugendliche.

Königin Elizabeth II. sprach den vom Buschfeuer betroffenen Bewohnern in New South Wales ihr Mitgefühl aus. In einer Nachricht, die vom Regierungschef des Bundesstaates, Bob Carr, übermittelt wurde, äußerte sie zugleich ihre Bewunderung für den Einsatz aller Rettungskräfte. Besonders würdigte die Königin den Einsatz der vielen Freiwilligen, die ihren Urlaub opferten, um gegen die Flammen zu kämpfen. Sie ist das nominelle Staatsoberhaupt des fünften Kontinents.

Regierungschef Carr forderte am Freitag die großen Unternehmen des Landes auf, Mitarbeiter freizustellen, damit diese sich an den Löscharbeiten beteiligen können. Zugleich kritisierte er einige Unternehmen, die nach seinen Angaben Druck auf ihre Arbeitnehmer ausgeübt hätten, um diese weg von der Feuerfront wieder an die Arbeitsplätze zu bringen. Rund 7000 der über 20 000 Brandbekämpfer sind Freiwillige.

Auf das globale Klima haben die Buschbrände wohl keine Auswirkungen: "Die Rauchwolken sind nicht hoch genug", sagte der Klimaforscher Mojib Latif vom Max-Planck für Meteorologie-Institut in Hamburg der dpa. "Um sich global auszuwirken, müssen die Rauchwolken über zehn Kilometer hoch steigen, was nur bei starken Vulkanausbrüchen der Fall ist." Auch die brennenden Ölfelder in Kuwait während des Golfkriegs hätten dem Klima nichts anhaben können.

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