Hospizstiftung sieht Selbstbestimmung in Gefahr
Evangelische Kirche kritisiert Sterbehilfe in Niederlanden

afp HAMBURG/KÖLN. Kirchen und Hospize lehnen Sterbehilfe nach dem Vorbild der Niederlande für Deutschland ab. Der Vorsitzende des Rates der evangelischen Kirche in Deutschland, Manfred Kock, sagte der "Bild"-Zeitung (Mittwochsausgabe), das Gebot "Du sollst nicht töten" und die christliche Überzeugung von der Unverfügbarkeit des menschlichen Lebens "stehen der aktiven Sterbehilfe entgegen". Es gebe Anspruch auf menschenwürdiges Sterben, aber kein Recht auf Tötung, sagt Kock weiter. Eugen Brysch von der deutschen Hospizstiftung sieht in dem niederländischen Gesetz einen Verlust für den Patientenschutz. Er habe zwar Verständnis für den Wunsch nach einem schnellen Ende bei Sterbenskranken. Er befürchte jedoch, dass der Wunsch instrumentalisiert werden könne, sagte der Geschäftsführende Vorstand der Stiftung im WDR.

Brysch sagte, in einer Zeit des Kostendrucks dürfe die Selbstbestimmung nicht ausgenutzt werden. In den Niederlanden sei das Gesetz zur Sterbehilfe per Koalitionsdruck durchgekommen. Es sei keine freie Abstimmung gewesen, sondern letztlich habe die Regierung zeigen wollen, "wo sie ihre Macht hat".

Die Niederlande hatten am Dienstag als weltweil erstes Land die aktive Sterbehilfe gesetzlich erlaubt. Die Regelung soll in drei bis vier Monaten in Kraft treten.

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