Hotels, Restaurants und Flughäfen setzen auf drahtlose Datennetze: Funknetze verknüpfen mobile PC mit dem Web

Hotels, Restaurants und Flughäfen setzen auf drahtlose Datennetze
Funknetze verknüpfen mobile PC mit dem Web

Das Angebot von drahtlosen lokalen Netzwerken nimmt zu. Immer mehr Hotels, Restaurants und Flughäfen werden mit der so genannten Wireless-LAN-Technik ausgestattet, die mobile PC mit dem Internet verknüpft. Der Internet-Provider Metronet will nun an mehreren Punkten der vier größten Städte Österreichs die Technik anbieten.

WIEN/DÜSSELDORF. Der österreichische Internet-Provider Metronet ist in Wien mit seinem ersten kommerziellen Funknetz auf der Basis eines Wireless Local Area Network (WLAN) an den Start gegangen. Außer in Wien werden zurzeit weitere Netze für den drahtlosen Zugang zum Internet in Graz, Linz und Salzburg installiert. Wie viele Punkte in den vier größten Städte mit der WLAN-Technik ausgestattet werden, ist laut Metronet abhängig von der Akzeptanz beim Kunden.

Die Funknetze sollen überall dort verfügbar sein, wo vor allem Business-Anwender schnell über ihren mobilen Rechner auf Daten aus dem Internet zugreifen oder E-Mails mit Dateianhängen empfangen wollen. Das können Kaffeehäuser oder Restaurants sein, in denen sich typischerweise Geschäftsleute treffen, sowie Hotels, Wartezonen in Bahnhöfen und auf Flughäfen. Ein spezieller Aufkleber soll auf die Verfügbarkeit eines WLAN hinweisen.

Das W-LAN von Metronet nutzt das Frequenzband um 2,4 Gigahertz (GHz), das in allen Ländern frei verfügbar ist und für dessen Nutzung keine Lizenzgebühren bezahlt werden müssen. Dass eine nachträgliche Reglementierung des 2,4 GHz-Bandes erfolgen könnte, schließen die beiden Metronet-Geschäftsführer Michael McGinn und Stefan Poltnigg praktisch aus. Dies sei schon einmal erfolglos versucht worden.

Das WLAN arbeitet - abhängig von der Festnetzanbindung - mit Übertragungsraten bis 11 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) und ist damit deutlich schneller, als UMTS (2 Mbit/s) einmal sein soll. Die Preise für die Nutzer liegen im Durchschnitt zwischen jenen für eine Datenübertragung via Handy und einem fixen Internet-Zugang. Kunden können neben zeit- und volumenabhängigen Tarifen auch eine Prepaid-Variante wählen.

Die Basisstationen an der Schnittstelle zwischen Funk- und Festnetz - die "Access Points" - sind kaum größer als ein externes Modem. Sie werden in diesem Fall vom Modemhersteller Elsa geliefert und lassen sich laut Metronet mit ein paar Handgriffen installieren. Die Reichweite der WLAN beträgt rund 100 Meter in Gebäuden und bis zu 500 Meter im Freien. Sie entspricht damit etwa der Größe von Piko- und Mikrozellen in Mobilfunknetzen.

Zum Surfen in einem WLAN benötigt der Nutzer lediglich eine PCMCIA- Steckkarte, die für Notebooks für rund 80 bis 100 Euro erhältlich ist. Für Handcomputer (PDA), wie sie unter anderem von Toshiba, Compaq, Casio, NEC und HP für rund 720 Euro (oder weniger) angeboten werden, sind ebenfalls Steckkarten - so genannte Smart-Media-Einschübe - mit eingebauter WLAN-Funktion verfügbar.

Die "Access Points" sind über Standleitungen mit dem zentralen Wiener Internetknoten (VIX =Vienna Internet eXchange) verbunden. Via Glasfaser-Standleitung ist dort auch die Metronet-Rechnerzentrale angebunden, deren Funktion etwa mit dem Verbindungsknoten (Mobile Switching Center) eines Mobilfunk-Betreibers vergleichbar ist. Hier werden vor allem die Datenverbindungen gesteuert, Zugriffsberechtigungen kontrolliert und die Gebühren berechnet.

Die WLAN-Technik ist nicht nur in Österreich, sondern europaweit auf dem Vormarsch. Es gibt zahlreiche Pilotprojekte auch in Deutschland (siehe auch Handelsblatt vom 28.11.2001). So hat die Firma Synavion ein Funknetz im Airport Club des Frankfurter Flughafens installiert, das einen kostenlosen Zugang zum Internet bietet. Geld will der Betreiber mit Zusatzdiensten wie Spielfilmen oder Wirtschaftsnachrichten verdienen. Ähnliche Funknetze gibt es bereits im Münchener Flughafen sowie Hotel "Vier Jahreszeiten" in der bayerischen Landeshauptstadt. Auch die Hotelkette Lindner will WLAN in elf ihrer Hotels einrichten.

Marktbeobachter sehen die WLAN- Technik im Wettbewerb mit UMTS, dem Mobilfunk der nächsten Generation. Dieser wird zurzeit von den Netzbetreibern installiert und soll Ende dieses Jahres starten. Mit WLAN-Technik kann man zwar nicht telefonieren. Sie bietet nur den schnellen Zugang zum Internet - und das nur an festen Punkten einer Stadt, während die Datenübertragung per UMTS dort überall nutzbar sein wird. Doch eine hohe Übertragungsrate wird auch mit UMTS nur stationär - von einem festen Punkt aus - erzielt.

Während die Mobilfunkanbieter in Deutschland dazu neigen, WLAN zu ignorieren, wird der drittgrößte österreichische Mobilnetzbetreiber Connect Austria (one) sein UMTS-Netzwerk mit der drahtlosen Datenübertragungstechnik ergänzen. Das Unternehmen hat dazu die eWave.at Telekommunikations AG gekauft, die sich auf den Zugang zum Internet über Funk spezialisiert hat.

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