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„Hristow-Panne“ bringt Pander in Erklärungsnot

Die peinliche Pokal-Panne in Köln hat beim VfL Wolfsburg interne Streitigkeiten ausgelöst und könnte personelle Konsequenzen nach sich ziehen.

dpa KÖLN/WOLFSBURG. Die peinliche Pokal-Panne in Köln hat beim VfL Wolfsburg interne Streitigkeiten ausgelöst und könnte personelle Konsequenzen nach sich ziehen.

Der ehemalige Fußballchef Wolfgang Heitmann attestierte dem Bundesligisten in der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung" unverhohlen "ein Führungsproblem" und machte indirekt Manager Peter Pander für den folgenschweren Fehler im Pokalspiel bei den Amateuren des 1. FC Köln verantwortlich. Er sei gespannt, ob in der Führungsetage auch andere die Courage hätten, zurückzutreten, sagte Heitmann. Er selbst hatte seinen Posten beim VfL wegen interner Unstimmigkeiten vor einiger Zeit geräumt: "So macht sich der VfL einfach lächerlich."

Der in die Kritik geratene Pander hatte unmittelbar nach der Partie die Verantwortung für den unerlaubten Einsatz des Wolfsburger Neuzugangs Marian Hristow und die Niederlage am "grünen Tisch" übernommen. Trotz des sportlichen 3:0-Erfolgs der "Wölfe" folgte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) noch dem Kölner Protest und wertete das Spiel mit 2:0 für den Gastgeber. Auch der von Wolfsburg flugs eingeschaltete Rechtsanwalt Christoph Schickhardt konnte das Pokal-Aus nicht mehr verhindern.

"Eigentlich muss ein Spieler selbst darüber informiert sein, ob er auflaufen darf. Ich nehme die Schuld aber auf mich und schiebe keinen anderen vor", sagte Pander. Hristow hatte am 31. Mai 2003 noch im Dress des 1. FC Kaiserslautern im Pokalfinale gegen Bayern München die Rote Karte gesehen und war für drei Pokalspiele gesperrt worden. Nach dem Erstrunden-Scheitern der Pfälzer im Vorjahr war Hristows Sperre noch nicht abgelaufen. Der in den Bus geflüchtete Offensivspieler wollte sich zu dem Vorfall bislang nicht äußern.

"Dem Verein ist ein gravierender Fehler unterlaufen, für den wir gerade stehen. Der Schaden ist immens", räumte Pander ein, dass den Niedersachsen nicht nur die Einnahmen aus der 2. Runde verloren gehen, sondern der Club auch Renommee eingebüßt habe. Zunächst stand das Bemühen Panders im Vordergrund, die Gründe für den Fauxpas auszuleuchten. Denn der DFB hatte alle Vereine schriftlich darüber informiert, welche Spieler nicht eingesetzt werden dürfen.

Im Gegensatz zu Wolfsburg waren die Rheinländer bestens im Bilde. Schon zehn Minuten nach dem Anpfiff machte FC-Manager Andreas Rettig seinen VfL-Kollegen Pander auf das unerlaubte Mitwirken Hristows aufmerksam. "Wir haben das Schreiben des DFB natürlich gelesen und dachten, dass uns die Wolfsburger mit der Aufstellung Hristows nur aufs Glatteis führen wollten", sagte Kölns Trainer Christoph John, dessen Spieler sich schon beim Anstoß ein Schmunzeln nicht verkneifen konnten.

Für Nationalstürmer Thomas Brdaric und seine Kollegen, die zuvor ganze Arbeit geleistet hatten, war die Aberkennung des Sieges mehr als ein Ärgernis. "Wir haben ein großes Eigentor geschossen, das kann man schon als Schock bezeichnen", räumte der zweifache Torschütze Brdaric ein. "Für Trainerstab, Spieler und Fans tut es mir leid", sagte der in Erklärungsnot geratene Pander.

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