HSBC gewichtet FTSE unter
Britischer Schatzkanzler verärgert Analysten

Der britische Schatzkanzler Gordon Brown hat sich mit der Vorlage des Haushaltsplans 2002 keine neuen Freunde in der Londoner City gemacht.

fs LONDON. Die Analysten zeigten sich wenig erfreut darüber, dass die Firmen einen wesentlichen Teil der geplanten Steuererhöhungen zur Finanzierung eines besseren Gesundheitssystems tragen müssen.

Die Banken sehen deshalb durch die angekündigten Steuererhöhungen auch einen leicht negativen Effekt für den gesamten britischen Aktienmarkt. "Hello Tax and Spend" begrüßte etwa die US-Investmentbank Merrill Lynch die Pläne des Schatzkanzlers eher ironisch. Zwar treten die Belastungen faktisch erst im nächsten Steuerjahr in Kraft. Doch dann, so hat Merrill errechnet, werden die Unternehmen rund 4,5 Mrd. Pfund (ca. 7,4 Mrd. Euro) der erwarteten Zusatzbelastung von 6,1 Mrd. Pfund tragen. Betroffen sind besonders stark Unternehmen mit vielen Mitarbeitern im Inland. Sie tragen durch den beschlossenen einprozentigen Anstieg des Beitrags zur Sozialversicherung (National Insurance) die größte Belastung.

Konkret sieht die britische Bank HSBC die Branchen Einzelhandel, Freizeit, Transport, Software und Öl als die stärksten Verlierer. Die steuerlichen Auswirkungen würden allein schon die Gewinne von Firmen wie der Brauerei Wolverhampton & Dudley (4,3 %) oder dem Einzelhändler Marks & Spencer (minus 3,2 %) spürbar beeinträchtigen.

Ölproduzenten trifft es noch härter. Sie wurden neben der Sozialversicherungs-Erhöhung von einer Zusatzsteuer in Höhe von 10 % auf Gewinne kalt erwischt. Für die Ölfirmen bedeuten diese unerwarteten Veränderungen nach Ansicht von HSBC Belastungen von 450 Mill. Pfund im kommenden Jahr und 600 Mill. Pfund im darauf folgenden - es sei denn, die Gewinne werden reinvestiert. "Für die Firmen heißt es künftig: Gib das Geld aus oder verliere es", sagt deshalb Merrill-Analystin Susan Graham. Royal Dutch/Shell reagierte am schnellsten. Das Unternehmen kündigte an, wegen der neuen Steuer sein Gebot für Enterprise Oil zu überdenken.

Der britische Börsenindex FTSE werde von den Änderungen leicht negativ beeinflusst, schreibt HSBC in einer Analyse. Die Bank bleibt jedoch bei ihrer Jahresend-Prognose von 5 700 Punkten - immerhin ein Anstieg von mehr als 10 % gegenüber dem heutigen Niveau. Dennoch rechnet die Bank damit, dass der britische Markt im europäischen Vergleich damit noch am unteren Ende der Skala liegt und gewichtet ihn weiter unter.

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