HSBC Trinkaus stellt ein Handelsmodell für risikoorientierte Anleger vor
Wie Trader auf den Dax wetten

Die Schwankungen an der Börse können Anleger zum kurzfristigen Handeln nutzen. Wichtig dabei ist, mit System vorzugehen. Ansonsten gilt: Wer traded sollte starke Nerven besitzen.

qdt FRANKFURT/M. Millionen in Minuten machen - das ist der Traum aller Trader, und der bleibt oft Illusion. Doch wer von vornherein keine überzogenen Gewinnerwartungen hegt, kann durchaus erfolgreich sein. Viele Profis betonen dabei, wie wichtig es für den Erfolg ist, ein Handelssystem zu haben; dazu zählen auch Börsentrainer Claus David Grube von Grube Trainings GmbH in Hamburg, Buchautor Gregory Millman sowie Carsten Pätzold von HSBC Trinkaus. Grube: " Es ist wichtig, dass der Anleger nach klar festgelegten Regeln handelt und sich von Gefühlen wie Angst und Gier beeinflussen lässt."

Pätzold stellt dazu Anlegern ein Tradingmodell auf den Deutschen Aktienindex (Dax) vor, das auf die Kurven der gleitenden Durchschnitte historischer Kurse zurückgreift. Dabei wird der Verlauf der Zehn-Wochen- und der 21-Wochen-Durchschnittskurve dargestellt und miteinander verglichen. Entsprechend der Chartanalyse gibt das Modell ein Kaufsignal, wenn der kürzere Durchschnitt (also die Zehn-Wochen-Kurve) steigt und dabei die andere Kurve von unten nach oben schneidet. Im umgekehrten Fall entsteht ein Verkaufssignal.

Privatanleger können diese Strategie umsetzen, indem sie bei einem Kaufsignal Kauf-Optionsscheine (Calls) auf den Dax oder Dax-Indexzertifikate kaufen und bei einem Verkaufssignal diese Positionen wieder auflösen und auf Verkaufs-Optionsscheine (Puts) setzen - für Privatanleger die einfachste Methode, auf fallende Kurse zu setzen.

Sinnvoll ist es, wie Pätzold erklärt, lang laufende, tief im Geld liegende Optionsscheine zu verwenden - denn bei diesen Papieren fällt die Volatilität (erwartete Schwankungsbreite der Kurse) bei der Preisbildung kaum ins Gewicht; das ist in schwankungsanfälligen Markten wichtig, denn oft genug macht die Volatilität dem Anleger bei Optionsscheingeschäften einen Strich durch die Rechnung. Es nutzt ihm nämlich nichts, wenn er richtig lag mit seiner Wette auf den Kurstrend des Dax und die Volatilität des Index sinkt. Das drückt die Preise der Optionsscheine, die sich auf ihn beziehen. Daher sollten Anleger diesen Faktor soweit wie möglich ausschalten. Calls liegen übrigens dann im Geld, wenn ihr festgelegter Basispreis unter dem aktuellen Börsenkurs liegt; ein Put befindet sich im Geld, wenn sein Basispreis über dem Börsenkurs notiert.

Wie Pätzold erklärt, wäre man mit dieser Strategie gegenüber dem Dax langfristig gut gefahren. Seit Juli 1987 bis Ende März 2003 hätte das System einen Gewinn von 407 Prozent gebracht. Der Dax legte in dieser Zeit um 73 Prozent zu. Dabei sind die Transaktionskosten allerdings nicht berücksichtigt, schränkt Pätzold ein. Auch sei die seit dem Frühjahr 2000 andauernde Baisse gut gemeistert worden - seit dem 10. Mai 2002 signalisiere das Modell, dass Verkäufe angesagt seien.

Darüber hinaus erklärt der Experte, bei einem Trendfolgemodell - als solches sind ja gleitende Durchschnitte einzuordnen, denn sie hinken den aktuellen Kursen quasi hinterher - sei es normal, dass die Zahl der Verlusttrades die der profitablen Trend übersteige. Dafür seien die aufgelaufenen Verluste meist um einiges geringer als die Gewinne.

Allerdings schränkt Pätzold ein, das Konzept sei darauf ausgelegt, langanhaltende Trends zu identifizieren. Die Strategie sei daher nicht für alle Marktphasen geeignet. Tendiert der Index unter starken Schwankungen seitwärts, könnten hohe Verluste auftreten. In der Vergangenheit betrug der Verlust zwischen 1994 und 1996 zum Beispiel 30 Prozent und in den Jahren 1998 und 1999 rund 40 Prozent. "Daher eignet sich die Strategie für risikofreudige Anleger, die längerfristig denken, nicht für extrem kurzfristig orientierten Zocker", so Pätzold.

Generell lassen sich solche Handelssysteme verfeinern, indem man Stop-Loss-Marken einführt, die automatisch Verkäufe auslösen. Pätzold ist jedoch der Meinung, dass dies im vorliegenden Modell nicht unbedingt notwendig sei. Da es sich um ein Trendfolgemodell handele, positioniere sich der Anleger ohnehin nicht gegen größere Trends. "Und bei Seitwärtsbewegungen ist es nicht so wichtig, Stop-Loss-Marken zu setzten, weil dann in der Regel eher kleine Verluste anfallen", führt er aus.

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