HSV ohne Torwart Martin Pieckenhagen
Jaras Schicksalsspiel gegen Schalke

Der Hamburger Sportverein steckt nicht nur in einem sportlichen Tief. Nun kommt auch noch Pech hinzu. HSV-Trainer Kurt Jara muss sein Schicksalsspiel gegen Schalke 04 ohne Rekordmann Martin Pickenhagen bestreiten. Der 31 Jahre alte Torwart hat sich das Kreuzband im rechten Knie gerissen und wird dem hanseatischen Fußball-Bundesligisten mindestens sechs Monate fehlen.

HB HAMBURG. In neun Bundesliga-Partien kassierte Pieckenhagen zwar bereits 19 Tore. Für Jara war der Ex-Rostocker, der 115 Spiele in Serie im Tor stand, jedoch gerade hinter der schwächelnden Abwehr ein Fels in der Brandung. Für den Österreicher kommt der Kreuzbandriss seines Stamm- Keepers zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Beim Tabellen-13. will es keiner aussprechen, sogar die Boulevardpresse hält sich in der Medienstadt Hamburg noch zurück mit Rücktrittsforderungen. Doch eine weitere Niederlage am Samstag würde das Engagement des ehemaligen Schalker Spielers Jara wohl besiegeln.

Wie schon bei den Ausfällen von Bernd Hollerbach und Milan Fukal zu Beginn der Spielzeit zögert Jara aber auch dieses Mal nicht lange oder hält sich mit Wehklagen auf, weil sein verlässlichster Spieler eine lange Zwangspause einlegen muss. "Ich habe mit Pieckenhagen gesprochen. Er ist sehr niedergeschlagen, aber er sagt, er kommt wieder", berichtete der Trainer am Mittwoch.

Bewusst versuchte der 53-Jährige, die Atmosphäre beim Training aufzulockern und trainierte selbst mit. Pieckenhagen-Ersatzmann Stefan Wächter sprach er vor dessen Bundesliga-Premiere in der mit 55 000 Zuschauern ausverkauften AOL-Arena das Vertrauen aus: "Er macht einen stabilen Eindruck, ich habe überhaupt keine Bedenken. Es liegt allein an Wächter, sich zu beweisen und durchzustarten."

Der 25-Jährige, der vor zwei Jahren aus Uerdingen geholt wurde und als großes Talent gilt, sieht in der Notsituation sogar eine Herausforderung. "Ich werde das Vertrauen zurückzahlen, hoffentlich schon gegen Schalke. Diese besondere Situation, in der alle unter Druck stehen, ist für mich fast die beste Möglichkeit, sich schnell an die neuen Umstände zu gewöhnen", sagte der 1,89 Meter große "Tor- Wächter". Zuspruch bekam der Abiturient auch von Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer: "Er war eine hervorragende Nummer zwei, und wir sind überzeugt, dass er eine hervorragende Nummer eins sein kann."

Michael Frech, Torhüter der HSV-Regionalliga-Mannschaft, rückt als Ersatzkeeper in den Profi-Kader. Zudem suchen die finanziell gebeutelten Hanseaten nach einem erfahrenen Schlussmann. "Der Kreis ist eingeschränkt, weil wir zur Zeit nur arbeitslose Spieler verpflichten dürfen", sagte Beiersdorfer.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%