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HSV verabschiedet Masseur Rieger

Früher knetete er den „Kaiser“, diesmal feierte er wie ein „König“: Masseur Hermann Rieger hat dem Fußball-Bundesligisten Hamburger SV nach 26 Jahren mit einer rauschenden Abschiedsparty „Servus“ gesagt.

dpa HAMBURG. Früher knetete er den "Kaiser", diesmal feierte er wie ein "König": Masseur Hermann Rieger hat dem Fußball-Bundesligisten Hamburger SV nach 26 Jahren mit einer rauschenden Abschiedsparty "Servus" gesagt.

Nahezu 100 Stars von einst und heute mit "Kaiser" Franz Beckenbauer, Bayern-Trainer Felix Magath und Nationalmannschafts-Teammanager Oliver Bierhoff an der Spitze kamen in die Hansestadt. "Ich habe keine Sekunde überlegt. Hermann Rieger hat so viel für den Verein getan. Ich bin stolz, dabei zu sein", sagte Bierhoff.

Für ihren früheren Masseur nahmen einige Kicker tausende Kilometer Anreise in Kauf: Jörg Albertz flog aus China ein, Anthony Yeboah aus Ghana. "Er ist ein super Mensch", schwärmte Yeboah über den Mann, der dem Afrikaner das Skifahren beibrachte. Rieger wurde nicht nur mit Komplimenten überschüttet, es reihte sich auch Geschenk an Geschenk. Vom Verein gab es lebenslangen freien Eintritt, der Iraner Mehdi Mahdavikia gab ihm einen handgeknüpften Perser-Teppich mit einem Bild des Masseurs. Und vom Sponsor erhielt der gebürtige Bayer eine Lederhose, die bald mit dem HSV-Wappen verziert werden soll.

Je länger der Abend wurde, desto emotionaler zeigte sich der 62-Jährige. "Ich habe doch für den HSV in 26 Jahren nie ein Tor verhindert, geschweige denn eines geschossen. Womit habe ich diese Liebe der Menschen nur verdient?", meinte Rieger, der sich zunächst noch betont sachlich gegeben hatte. Wie gewohnt lief Rieger in Jogginghose und T-Shirt ins Stadion ein. Wie gewohnt gab es viel Beifall der Fans, für die er längst Identifikations- und Kultfigur ist. "Hermann Rieger, unser Sieger", sangen die rund 21000 Zuschauer, von denen einige dem nach dem Masseur benannten Fanclub "Hermann's treue Riege" angehören. Selbst das Maskottchen trägt einen Teil des Rieger'schen Namens: "Dino Hermann".

Seit 1978 kümmerte sich Rieger, der in seiner Biografie "In Hamburg sagt man Tschüss" nett aus dem Nähkästchen plaudert, um müde Muskeln. Doch meist machte er mehr. "Er war immer positiv gestimmt, hat einen immer wieder aufgebaut", sagte Bierhoff, der beim HSV nicht seine beste Zeit als Profi erlebte. Den Einsatz von damals hat ihm Felix Magath, der mit dem Masseur als Spieler, Manager und Trainer zusammenarbeitete, bis heute nicht vergessen. "Für Hermann würde ich jederzeit überall hinkommen", sagte Magath.

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