HSV weckt Hoffnungen
BVB geht am Stock

Borussia Dortmund geht am Stock, der Hamburger SV mit gestärktem Rückgrat in die 41. Saison der Fußball-Bundesliga. Durch den erstmaligen Gewinn des Liga-Pokals "haben wir ganz Deutschland gezeigt, dass wir Ansprüche stellen und oben mitspielen können", jubelte HSV-Angreifer Sergej Barbarez nach dem 4:2 gegen die Westfalen am Montagend im Mainzer Bruchwegstadion. Dagegen setzte sich die Personalmisere der Borussen fort.

HB/dpa MAINZ. Nationalspieler Sebastian Kehl, der ebenso wie Otto Addo in der Schlussminute die Rote Karte sah, droht nun eine mehrwöchige Sperre in der Meisterschaft. "Wir können nicht dafür bestraft werden, im Liga-Pokal gespielt zu haben", hofft Trainer Matthias Sammer fünf Tage vor dem Revierderby bei Schalke 04 allerdings auf Milde.

Der Ligapokal bleibt den Borussen, die sich ob der Personalnot laut dem Madrider Sportblatt "As" auf eine Leih-Verpflichtung für eine Saison von Real Madrids Brasilianer Flavio Conceicao geeinigt haben sollen, in schlechter Erinnerung. Sammer: "Wir sind angetreten und der Preis, den wir bezahlt haben, ist sehr hoch." Neben Kehl und Addo hatte schon Ex-Torwart Jens Lehmann im Halbfinale gegen den VfB Stuttgart Rot gesehen. Zudem fallen die Leistungsträger Torsten Frings und Evanilson (beide Kreuzbrandriss) rund ein halbes Jahr aus.

Nach Lehmanns Weggang zu Arsenal London blieb sein einige Male indisponiert wirkender Nachfolger Roman Weidenfeller den Beweis einer unumstrittenen Nummer 1 schuldig. Sammer erstickte jedoch jegliche Diskussionen im Keim: "Roman steht Samstag im Tor und wird eine gute Leistung bringen."

In Rage versetzten den Trainer die Platzverweise im Endspiel. "Die letzten fünf Minuten waren so dämlich, kopflos." Sammer kündigte bereits disziplinarische Maßnahmen für die Sünder an, und auch der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) beschäftigt sich mit dem Kehl-Schubser an Schiedsrichter Jürgen Aust (Köln).

Mit Schweißperlen auf der Stirn versuchte der 23-Jährige im Kabinengang seinen Aussetzer zu erklären: "Ich wollte Otto schützen." Er habe sich beim Referee entschuldigt, der ihm bestätigte, "dass wir eigentlich ein gutes Verhältnis auf dem Platz hatten. Ich habe ihn gebeten, dies auch in den Spielbericht zu schreiben". Lehmann indes wurde am Dienstag für zwei Liga-Pokalspiele gesperrt. Die Strafe gilt bis zum Ablauf der Saison 2005/2006.

Binnen 18 Minuten hatten Kapitän Nico-Jan Hoogma, Rodolfo Cardoso und Naohiro Takahara ein 3:0 herausgeschossen. Marcio Amoroso per Foulelfmeter und Jan Koller weckten zwar noch einmal die Hoffnungen der über weite Strecken enttäuschenden Borussen, doch Beinlich machte mit dem 4:2 alles klar.

Eine streckenweise starke Vorstellung bot der HSV, der zuvor Titelverteidiger Hertha BSC und den deutschen Rekordmeister FC Bayern München ausgeschaltet hatte. Mit technischer Finesse führte die Elf von Trainer Kurt Jara auch den deutschen Meister von 2002 einige Male vor. "Drei Tore in 18 Minuten gegen Dortmund: Das sagt schon alles", so der Ex-Dortmunder Barbarez. Beim Online-Buchmacher "Centrebet" verbesserte sich der Vierte der vorigen Saison im Meister-Tipp auf Platz drei hinter München und Dortmund.

"Wir freuen uns sehr, dass wir den Pokal geholt haben", betonte Jara. "Das gibt uns sehr viel Selbstvertrauen." Dennoch halten die Hamburger den Ball flach. Nach der Führung habe man gesehen, dass der HSV noch keine Spitzenmannschaft sei, so der Österreicher. Auch Beinlich, der zum dritten Mal in Serie (zuvor zwei Mal hintereinander mit Hertha BSC) den Ligacup holte, und der Sportliche Leiter Dietmar Beiersdorfer mahnten vor dem Bundesliga-Auftakt gegen Hannover 96: "Wir wollen nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen."

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