Hubbert hält mit neuen Varianten der A- und M-Klasse dagegen
BMW greift Mercedes im Premiumsegment an

Der bayerische Autohersteller BMW kratzt am Thron von Mercedes-Benz. Auto-Experte Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft (IFA) hält erstmals im Premiumsegment eine Wachablösung durch die Bayern im kommenden Jahr für möglich. BMW ist derzeit in der größten Modelloffensive seiner Geschichte und präsentiert auf der IAA zahlreiche Neuheiten.

HB FRANKFURT. "Es ist absehbar, dass wir in einigen Jahren ein Unternehmen mit "zehn plus x" Modellreihen sein werden", sagte BMW-Chef Helmut Panke auf der IAA. Doch Mercedes will der Modelloffensive des Konkurrenten Paroli bieten und kontert mit neuen Fahrzeugen. "Wir wollen künftig auch aus der A-Klasse sowie der M-Klasse eine Produktfamilie schaffen", sagte Daimler-Chrysler - Vorstand Jürgen Hubbert dem Handelsblatt am Rande der IAA.

Nach Informationen aus Unternehmenskreisen arbeiten die Entwickler in Stuttgart neben einer neuen, stärker auf das Gelände orientierten Offroader-Variante auch an weiteren Facetten der A-Klasse wie einem Coupé. Das viertürige Coupé CLS von Mercedes-Benz, das als Studie in Frankfurt vorgestellt wird, soll demnach bereits im kommenden Jahr auf den Markt kommen. Doch der bayerische Konkurrent schickt sich an, seinen größten Konkurrenten mit neuen Modellen, Absatzrekorden und einer Spitzenrendite in die Schranken zu weisen: Bis Mitte 2004 wollen die Bayern in jeder Klasse präsent sein. Als nächstes folgen der Geländewagen X3, das Luxus-Coupé-6er sowie Ende des Jahres die kompakte 1er-Reihe.

Bereits im vergangenen Jahr verkaufte BMW im eigentlichen Premiumsegment nur noch 25 000 Fahrzeuge weniger als Mercedes-Benz, betonte Diez. Mit der neuen 5er-Baureihe, dem neuen 6er sowie vor allem dem kleinen Geländewagen X3 könnte BMW nach Ansicht des Branchenkenners im Jahr 2004 an seinem Wettbewerber aus Stuttgart vorbei ziehen. Der Druck auf Mercedes steigt damit.

Hubbert holt zum Gegenschlag aus

Hubbert holt bereits zum Gegenschlag aus und will seinerseits mit neuen Produkten in der Mercedes Car Group den Autoabsatz in den nächsten Jahren deutlich steigern. In der Mercedes-Gruppe laute das Ziel, zum Wechsel des nächsten Jahrzehnts in der Größenordnung 1,5 Millionen Mercedes-Benz-Pkw und 300 000 Smart zu verkaufen, betonte Hubbert. Dies würde eine Steigerung um etwa 50% gegenüber heute bedeuten. Allerdings greift die Attacke erst in zwei Jahren. Für 2004 rechnet der Mercedes-Chef wegen der Modellwechsel in der A-Klasse- und M-Klasse nur mit einem stagnierenden Absatz. "Aber 2005 werden die A- und M-Klasse- Modelle voll greifen, und das gibt uns die Möglichkeit, den Absatz deutlich zu steigern", sagte Hubbert. Fest eingeplant in der Modelloffensive ist neben dem viertürigen Coupé CLS auch der Grand Sport Tourer, eine Mischung aus Kombi, Van und Geländewagen, dessen Produktion Ende 2004 in den USA anlaufen soll. Für Mercedes eröffne die zweite Produktoffensive, die mit der neuen E-Klasse begonnen habe, interessante Nischen und erhebliches Wachstumspotenzial, unterstrich der Spitzenmanager.

Doch Diez sieht die Bayern im Zweikampf derzeit in der besseren Verfassung. So verfüge BMW über eine deutlich bessere Kostenposition als Mercedes-Benz: Der Durchschnittserlös je Fahrzeug bei Mercedes liege zwar immer noch über dem von BMW. Der operative Gewinn der Münchener sei jedoch deutlich höher als der von Mercedes-Benz. Die Analysten der WestLB sind davon überzeugt, dass Mercedes-Benz den Zenit der Profitabilität seiner Modellpalette momentan überschreite und 2004 ein schweres Jahr werde. Zentrale Modelle wie die C- und M-Klasse verlören bereits jetzt deutlich an Volumen.

Hubbert ficht dies nicht an: "In den kommenden Jahren werden wir das Produktangebot von Mercedes-Benz kontinuierlich weiter ausbauen und damit auch unseren Wachstumskurs als die weltweit erfolgreichste Premiummarke beibehalten."

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