Hubbert spricht von „substanziellen Veränderungen“ in den USA –
Chrysler wird schwarze Zahlen ausweisen

Bei Daimler-Chrysler wächst die Zuversicht im US-Geschäft. Erstmals nach einem guten Jahr Pause wird die Chrysler-Konzernsparte für ein Quartal wieder einen Gewinn ausweisen.

zel LYON. Der Stuttgarter Konzern veröffentlicht heute die Ergebnisse für die ersten drei Monate des laufenden Jahres. Nach unbestätigten Informationen aus dem Unternehmen hat Chrysler im ersten Quartal ein operatives Ergebnis von 50 Mill. Euro erreicht - nach Milliardenverlusten während der vergangenen eineinhalb Jahre.

Mercedes-Chef Jürgen Hubbert wollte die Zahl nicht bestätigen. Bei der Präsentation des neuen Mercedes CLK im französischen Lyon sprach er jedoch von "substanziellen Veränderungen" beim amerikanischen Chrysler-Konzernteil. Auch auf längere Sicht hätten sich die Aussichten der Sparte deutlich verbessert. Der gesamte amerikanische Automarkt stabilisiere sich, der Absatz werde in diesem Jahr weniger schrumpfen als noch im Januar befürchtet. Das amerikanische Marktforschungsinstitut J.D. Power rechnet bereits für April mit einem Absatzwachstum von 7 % auf dem US-Automarkt.

In Börsen- und Finanzkreisen stößt der Stuttgarter Optimismus in Sachen Chrysler nicht überall auf Zustimmung. "Der eigentliche Test steht Chrysler im zweiten Halbjahr 2002 bevor", sagte Markus Plümer, Automobilanalyst der Düsseldorfer WestLB. In den kommenden Monaten könne Chrysler wenig neue Modelle anbieten, deshalb drohten neue Verluste.

Mercedes wird in diesem Jahr wieder die Milliarden-Erträge für den gesamten Konzern erwirtschaften. Mercedes-Chef Hubbert sagte in Lyon, dass dazu vor allem ertragsstarke Nischenprodukte wie das CLK-Coupé beitragen würden. Im vergangenen Jahr habe der Anteil der Nischenmodelle an der gesamten Mercedes-Jahresproduktion noch bei 28 % gelegen, in den ersten drei Monaten dieses Jahres seien es bereits 30 % gewesen.

Nach den Worten von Hubbert strebt Daimler-Chrysler nicht um jeden Preis die Mehrheit am japanischen Mitbewerber Mitsubishi Motors an. "Wir haben eigentlich alles erreicht, was wir erreichen wollten", sagte er. Im Moment hält der Stuttgarter Konzern noch einen Anteil von gut 37 % an Mitsubishi. Im Herbst nächsten Jahres könnte das deutsche Unternehmen auf 100 % aufstocken.

Entscheidend sei für den Stuttgarter Konzern vor allem gewesen, dass der frühere Daimler-Manager Rolf Eckrodt jetzt als Präsident an der Spitze von Mitsubishi stehe und damit entscheidenden Einfluss in Japan ausübe. Daimler-Chrysler habe sich bei der Berufung Eckrodts keinesfalls auf Konzessionen gegenüber Mitsubishi eingelassen. Das japanische Unternehmen steht vor einem hohen Schuldenberg - Daimler könnte in dieser Situation mit einer Kapitalspritze helfen.

Quelle: Handelsblatt

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