Hubschrauber beschießen Gaza-Streifen
Mindestens 55 Verletzte bei israelischem Vergeltungsangriff

Bei einem israelischen Vergeltungsangriff auf palästinensische Ziele im Gazastreifen sind am Dienstag nach Krankenhausangaben mindestens 55 Menschen verletzt worden.

afp GAZA/JERUSALEM. Ministerpräsident Ariel Scharon sagte, Israel habe "keine Alternative" zu den Angriffen gehabt. Die Autonomiebehörde von Palästinenserpräsident Jassir Arafat unternehme nichts, um anti-israelische Angriffe zu verhindern. Wenige Stunden zuvor wurden bei einem Granatenangriff auf eine jüdische Siedlung eine Frau und ihr zehn Monate altes Kind getroffen. Der Säugling schwebte nach Armeeangaben in Lebensgefahr. Angesichts der gespannten Lage in der Krisenregion rief US-Außenminister Colin Powell erneut dazu auf, die Gewalt einzudämmen.

In Gaza, dem Flüchtlingslager Rafah nahe der ägyptischen Grenze und Chan Junes griffen israelische Kampfhubschrauber laut Augenzeugen rund eine Stunde lang Einrichtungen der palästinensischen Sicherheitskräfte an. Der Beschuss durch Panzer unter anderem auf Gebäude von Arafats Leibgarde hielt auch am Abend noch an. In Rafah wurden laut Krankenhaussprechern mindestens 35 Menschen verletzt, in Gaza und Chan Junes jeweils mindestens zehn weitere. Scharon erklärte, die Autonomiebehörde lasse Israel "keine Wahl, als hart und entschlossen gegen terroristische Attacken vorzugehen" und so "die Sicherheit israelischer Bürger zu schützen".

Bei dem Granatenangriff auf die jüdische Siedlung Azmona im Gazastreifen trafen Granatensplitter das Kleinkind am Kopf und am Rücken. Die israelische Regierung erklärte daraufhin, solche "barbarischen Akte" könnten nicht geduldet werden.

Nach palästinensischen Angaben äußerte sich Powell in einem Telefonat mit Arafat besorgt über die jüngste Eskalation. Zuvor hatte der US-Chefdiplomat die Lage im Nahen Osten mit Scharon erörtert.

Bereits in der Nacht zum Dienstag hatte die israelische Armee einen Posten der Leibgarde Arafats im Gazastreifen zerstört. Nach palästinensischen Angaben ging die Armee mit vier Panzern und zwei Bulldozern gegen die Stellung vor. Dabei sei es zu einem Schusswechsel gekommen. In der Nähe von Rafah im Gazastreifen wurden am Morgen laut israelischer Armee zwei Granaten auf einen Armeeposten abgefeuert. Es habe keine Verletzten gegeben.

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