Huda Ammasch - Karrierefrau in der Baath-Partei
"Frau Milzbrand" in US-Gewahrsam

Eine Biowaffen-Expertin des gestürzten Regimes von Saddam Hussein hat sich nach US-Fernsehberichten den US-Behörden im Irak gestellt. Wie US-Sender am Montag unter Berufung auf Angaben von Militärbeamten berichteten, befindet sich Huda Salih Mahdi Ammasch, eine studierte Biologin, in amerikanischem Gewahrsam.

HB/dpa WASHINGTON/BAGDAD. Sie soll maßgeblich am irakischen Biowaffen-Programm mitgearbeitet haben. Ammasch, deren Vater schon ein führendes Mitglied der Baath-Partei gewesen war, stand auf der Liste der 55 meistgesuchten Iraker auf Platz 53. Sie studierte in den USA, machte unter Saddam Hussein Karriere in der Baath-Partei und war Leiterin des Jugend- und Handelsbüros sowie Vorsitzende der naturwissenschaftlichen Fakultät der Bagdad-Universität.

Von einer anderen gesuchten irakischen Wissenschaftlerin fehlt unterdessen weiter jede Spur. Rihab Taha wurde wegen ihrer leitenden Funktion in Saddams Biowaffenprogramm von Medien häufig als "Dr. Bazillus" bezeichnet.

Huda Salih Mahdi Ammasch ist die einzige Frau auf der US-Liste der 55 meistgesuchten ehemaligen Regimemitglieder. Die UN-Waffeninspekteure hatten für die Spitzenwissenschaftlerin, die nach US-Angaben in den neunziger Jahren maßgeblich am irakischen Programm für biologische Waffen beteiligt war, noch einen anderen Namen: Sie nannten sie wegen ihrer Rolle "Frau Milzbrand".

Geboren wurde Ammasch, die man in der Öffentlichkeit meistens mit schwarzem Kopftuch sah, im Jahr 1953 in Bagdad. Sie ist die Tochter des ehemaligen irakischen Vizepräsidenten und Verteidigungsministers Salih Mahdi Ammasch, der von Saddam Hussein ermordet worden sein soll. Saddam selbst übernahm damals den Posten des Toten.

Huda wuchs in einer hochpolitischen Familie auf, und Vater Salih Ammasch förderte seine schon frühzeitig als äußerst intelligent geltende Tochter nach besten Kräften. Wie es heißt, nahm sie seine Ermordung nicht sonderlich schwer: Politik erfordere eben Opfer, soll sie einmal gesagt haben. Huda Ammasch trat bereits als Jugendliche in die Baath-Partei ein und studierte dann in Bagdad Biologie. Obwohl bereits stark in der Partei engagiert, setzte sie ihr Studium in den USA fort - zunächst in Texas und dann in Missouri, wo sie als Mikrobiologin promovierte.

Nach der Rückkehr in die Heimat arbeitete die junge Wissenschaftlerin als Professorin für Biologie an der Universität in Bagdad. Zugleich verstärkte sie aber ihre Arbeit in der Baath Partei, - wo sie schließlich zur Leiterin des Jugend- und Handelsbüros aufstieg. 1996 übernahm sie den Vorsitz der Irakischen Gesellschaft für Medizinische Wissenschaften. Schon 1991, während des Golfkrieges, wurde Huda Ammasch vom US-Geheimdienst verdächtigt, eine wesentliche Rolle beim Biowaffen-Programm zu spielen.

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