Hübsche Multi-Talente
TV und Computer wachsen zusammen

Der Kampf um die Vorherrschaft im Wohnzimmer hat längst begonnen. Die Gegener: Computerhersteller auf der einen Seite und klassische Unterhaltungselektronik-Anbieter auf der anderen Seite. Beide bieten dabei immer mehr Zwitter-Geräte, die weniger Platz weg nehmen, fast alles können und auch noch hübsch ausschauen.

HB HANNOVER. Der Geräte-Mischling Exentia des deutschen Herstellers DK Digital etwa sieht aus wie ein Design-Fernseher mit Flachbildschirm. Tatsächlich steckt in ihm jedoch viel mehr: Er ist Hochleistungscomputer, Fernseher, Radio, DVD-Spieler, digitales Foto-Archiv und Stereoanlage in einem. Sein Besitzer kann das Fernseh- und Radioprogramm empfangen sowie 400 Stunden Film, seine CD-Sammlung oder Hunderte digitale Foto-Alben auf der Festplatte speichern. Gesteuert wird das Gerät, das 2800 ? kosten soll, per Fernbedienung oder über eine kabellose Maus mit einer ebenfalls kabellosen Tastatur.

Andere Hersteller zeigen Mobiltelefone mit Funktionen eines Handheld-Computers oder Kamera-Handys, die ihre Digitalbilder auf einen Fernseher aufspielen können. Weitere Mini-Telefone spielen Musik im Online-Format MP3 ab oder können in Japan das Fernsehprogramm empfangen.

Was für die einen jedoch die Zukunft bedeutet, dürfte anderen den Garaus machen. "Die analogen Geräte werden zunehmend aus den Wohnzimmern verschwinden und in Nischen gedrängt, in denen sich heute etwa der Plattenspieler findet", sagt der Chef des Branchenverbandes Bitkom, Willi Berchtold. Für ihn geht der Trend schon heute eindeutig in Richtung Homecenter, wie er die multifunktionalen Geräte nennt. "Niemand muss sich mehr einen CD-Player kaufen, wenn er einen guten DVD-Player hat - der kann schließlich auch CDs wiedergeben. Es macht auf Dauer auch keinen Sinn, zwei Geräte zu haben, die mehr kosten und mehr Platz brauchen."

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