Hürter: Verbandsvermögen verdoppelt
DHB hat Finanzkrise gemeistert

Der Deutsche Hockey-Bund (DHB) hat seine Finanzkrise gemeistert und sieht wieder rosigen Zeiten entgegen. Einen Tag vor der offiziellen Bekanntgabe des neuen Hauptsponsors zog Vizepräsident Joachim Hürter eine äußerst positive Bilanz des vor gut drei Jahren verordneten eisernen Sparkurs.

dpa KÖLN. "Wir haben keine finanzielle Notsituation mehr. Im Gegenteil: Wir haben in 2001 einen Überschuss von rund 100 000 ? erwirtschaftet und unser Verbandsvermögen dadurch nahezu verdoppelt", sagte der für Wirtschaft, Finanzen und Marketing zuständige Ex-Nationalspieler Hürter am Dienstag der dpa. Dass bei der 24. Champions Trophy in Köln neben dem Haupt- noch ein weiterer Sponsor präsentiert werden kann, rundet das gelungene Konsolidierungsverfahren ab.

Dabei hatte es bei der Amtsübernahme des neuen Präsidiums mit Christoph Wüterich an der Spitze im Mai 1999 alles andere als rosig um die Verbandsfinanzen gestanden. Auf dem turbulenten Bundestag in Ludwigsburg war von der alten DHB-Spitze ein Fehlbetrag von 162 000 DM eingeräumt worden, was die Vertreter der Landesverbände auf die Palme brachte. Der hessische "Landesfürst" Hans-Jürgen Pabst sagte, der DHB stünde vor dem Konkurs. Erst nach langen Debatten wurde das alte Präsidium entlastet. Allerdings war die finanzielle Schieflage noch viel schlimmer. "Die Bürde lag alles in allem bei rund 450 000 DM", berichtete Hürter. "Den Staffelstab, den ich übernommen habe, möchte ich eines Tages meinem Nachfolger jedenfalls nicht übergeben."

Das neue Präsidium, das angesichts der alarmierenden und nur allmählich an die Oberfläche gelangenden Zahlen noch am Abend vor der Wahl an Rückzug gedacht hatte, packte die Sache konsequent an. Mit Zustimmung der Vereine wurden die Mitgliedsbeiträge erhöht, zudem Vergleichsverhandlungen geführt und Personal eingespart. So wurde auch Vorstandschef Frank Weingarten gekündigt, seinen Posten übernahm Generalsekretärin Uschi Schmitz mit, was allein eine sechsstellige Summe per anno einbrachte, so "Spar-Minister" Hürter. Folge: Auf dem Bundestag 2001 in Mülheim/Ruhr schrieb der DHB wieder schwarze Zahlen. Das Verbandsvermögen - ohne Immobilien und Sachwerte - wurde offiziell mit 225 000 DM angegeben - und inzwischen verdoppelt.

Hinzu kam auch Glück, denn mit dem von den Herren im März errungenen Weltmeistertitel wurde die "ewige Randsportart" Hockey auch für die Werbebranche interessanter. "1999 standen wir mit dem Rücken zur Wand. Heute haben wir die Chance, gelassener zu sein und das bestmögliche Angebot für uns auszusuchen", beschrieb Hürter den Aufschwung. So gelang es, einen Nachfolger für Hauptsponsor Apollinaris zu finden, dessen Engagement im Dezember endet. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Gesamtlage in Land soll der nahtlose Übergang dem Vernehmen nach mit keinen Einbußen verbunden und die Zusammenarbeit langfristig angelegt sein. Diese Entwicklung ermutigt die Offiziellen, den positiven Trend fortzusetzen. Wüterich: "Geld ist bei uns nicht mehr das Thema. Jetzt geht es darum, zu wachsen."

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