Hütten- und Walzwerktechnik erwartet erst im nächsten Jahr wieder deutliches Wachstum
Anlagenbauer SMS spürte die Flaute

Die Eingliederung der Mannesmann-Hüttentechnik fiel beim Maschinen- und Anlagenbauer in ein nicht eben glanzvolles und von deutlicher Marktschwäche geprägtes Jahr.

kv DÜSSELDORF. Der Markt für den hüttentechnischen Anlagenbau, also die Ausrüster der Stahlindustrie, belebt sich wieder. Vorerst sind es aber eher vermehrte Anfragen als konkrete Aufträge, die Hoffnung auf deutliches Wachstum für 2001 machen. So erwartet Weltmarktführer SMS AG , Düsseldorf, im Rumpfgeschäftsjahr 2000 (1.7. bis 31.12.) lediglich Bestellungen und Ergebnisse in Vorjahreshöhe. "Erneutes Wachstum" und höhere Erträge sollen sich dann im nächsten Jahr einstellen, sagte Vorstandsvorsitzender Heinrich Weiss am 4. Oktober vor der Presse.

Insbesondere in Asien sei wieder "anhaltend hohes Wachstum" in Sicht. Trotz einer wiederbelebten Nachfrage sei der Markt indessen schwieriger geworden. Die Produktivität der Anlagen habe zugenommen, was ein eher schrumpfendes Marktvolumen bedeute. Zudem habe der Kampf um Marktanteile zu einem verschärften Verdrängungswettbewerb geführt. Neben SMS (Weltmarktanteil rund 30 %) sind nur noch die österreichische Voest (20 bis 25 %) und die italienische Danieli (15 bis 20 %) als Full-Liner tätig. Hinzu kommen noch einige Japaner, die aber nur in Teilbereichen des Marktes aktiv sind.

Für SMS stand 1999/2000 (30.6.) im Zeichen der Übernahme der Hüttentechnik von Mannesmann Demag. Nach den Worten von Weiss fielen noch Altlasten aus früheren Aufträgen der Demag an. Dafür habe man indessen einen etwa gleich hohen Betrag von Mannesmann als Ausgleich erhalten. Dennoch habe die zunächst zu hohe Zahl der Mitarbeiter Belastungen mit sich gebracht, so dass das Ergebnis nicht zufriedenstellend sei. Eine Bruttorendite von unter 5 % mache als Geschäftsergebnis "keinen Sinn". So will SMS in den nächsten Jahren wieder auf 6 bis 10 % kommen.

Auch die auf den ersten Blick stark gestiegenen Auftragseingänge in der Hüttentechnik seien zu wenig für SMS. Eigentlich müsste jedes Jahr ein Volumen von 3,3 bis 3,7 Mrd. DM erreichbar sein, sagte Weiss. Erfreulich sei die Entwicklung in der SMS Kunststofftechnik. Man habe auf den vorgesehenen Verkauf der Spritzgießtechnik verzichtet, weil der potenzielle Erwerber die Finanzierung wohl nicht habe sicherstellen können. Eine Übernahme der zum Verkauf stehenden Mannesmann-Spritzgießtechnik (Krauss Maffei) sei wohl für SMS eine Nummer zu groß. Weiss verwies darauf, dass die SMS AG zwar mehrheitlich zum MAN-Konzern gehöre, die Hälfte der Stimmrechte allerdings bei seiner Familie liegt. Mittelbeschaffung über den Kapitalmarkt sei nicht möglich, aber auch nicht gewollt. Bei SMS stehe nicht allein der Shareholder-Value-Gedanke im Vordergrund des Handelns.

Hier der Link zu den Schlüsselzahlen und zum Geschäftsbericht

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