"Humanitäre Geste" zurückgewiesen
Prager Minister lehnt Entschädigung ab

Der neue tschechische Außenminister Cyril Svoboda hat eine Entschädigung der Sudetendeutschen von Seiten der Prager Regierung ausgeschlossen.

dpa PRAG. Dies sei "ein geschlossenes Kapitel", über das Tschechien nicht verhandeln werde, sagte der Christdemokrat der Prager Wochenzeitung "Respekt" (Montag-Ausgabe). Dies heiße nicht, dass es generell unmöglich sei, mit Repräsentanten von Staaten über "sensible Punkte" zu sprechen, sagte Svoboda: "Warum sollten wir nicht über Sachen reden, bei denen wir unterschiedlicher Meinung sind?"

Eine "humanitäre Geste" gegenüber Vertriebenen lehnte Svoboda aber ebenso ab. Präsident Vaclav Havel habe sich im Januar 1990 für die Vertreibung entschuldigt, zudem habe die deutsch-tschechische Aussöhnungserklärung von 1997 das Kapitel abgeschlossen, sagte der 45-Jährige. "Darin heißt es, dass wir die Beziehungen nicht mit der Vergangenheit belasten wollen. Und finanzielle Ansprüche sind Fragen der Vergangenheit." Die derzeitige Bundesregierung sei nie offiziell mit solchen Forderungen an Prag herangetreten.

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