Humanitäre und wirtschaftliche Gesten
Israel setzt auf militärische Härte und Dialog

Israel hat auf die jüngsten palästinensischen Anschläge mit einer Doppelstrategie von militärischer Härte und Dialogbereitschaft reagiert.

Reuters JERUSALEM. Kampfhubschrauber griffen am Montag mit Raketen eine Eisengießerei in Gaza-Stadt an, in der Militärangaben zufolge Waffen hergestellt worden waren. Palästinensischen Augenzeugen zufolge töteten in Nablus im Westjordanland israelische Soldaten einen 14-jährigen Palästinenser, der die von der Besatzungsarmee verhängte Ausgangssperre missachtet hatte. Die Armee nahm zu dem Bericht nicht Stellung. Unterdessen traf sich nach Angaben aus Palästinenserkreisen am Abend Israels Verteidigungsminister Binjamin Ben-Elieser mit dem palästinensischen Innenminister Abdel Rassak el Jahja und weiteren hochrangigen Vertretern der Palästinenser. Außenminister Schimon Peres sagte über die Gespräche: "Uns geht es um humanitäre und wirtschaftliche Gesten, und wir wollen uns auf eine Waffenruhe zubewegen."

Die israelischen Raketen setzten das Gebäude in Gaza-Stadt in Brand. Zwei Palästinenser wurden durch umherfliegende Trümmer verletzt. "Die israelischen Streitkräfte werden mit der Zerstörung der Terror-Infrastruktur im Gaza-Streifen fortfahren, wo auch immer sich feindliche terroristische Aktivität gegen israelische Zivilisten richtet", teilte die Armee zu dem Raketenangriff in Gaza-Stadt mit.

Blockaden im Westjordanland verstärkt

Nach den jüngsten Anschlägen von Palästinensern, bei denen allein am Sonntag 13 Menschen getötet worden waren, hatte Israel die Blockaden im Westjordanland verstärkt und mit Panzern Teile des Gaza-Streifens abgeriegelt. "Wegen der jüngsten Anschlagswelle ist beschlossen worden, die palästinensische Bewegungsfreiheit in den Gebieten von Dschenin, Nablus, Tulkarm, Kalkilja und Ramallah völlig einzuschränken, mit der Ausnahme von medizinischen und humanitären Fällen", teilte die israelische Armee mit. Aus den Außenbezirken von Ramallah, in dessen Zentrum Palästinenser-Präsident Jassir Arafat sein Hauptquartier hat, berichteten palästinensische Augenzeugen, dass Israel Panzer zusammenziehe. Möglicherweise plane Israel einen größeren Vorstoß ins Stadtzentrum. Auch um Dschenin wurden Truppenkonzentrationen beobachtet.

Ben-Elieser sagte im Armeerundfunk, der Norden des Westjordanlandes sei total abgeriegelt worden. "Niemand kommt rein oder raus." Im Süden des Gaza-Streifens riegelte die Armee die Stadt Rafah und das dortige palästinensische Flüchtlingslager ab. Vor den Anschlägen am Wochenende hatte sie begonnen, die Ausgangssperren und anderen Maßnahmen zu lockern, die etwa 700 000 Palästinenser betreffen.

Ein Sprecher Ben-Eliesers äußerte sich nicht zu den Berichten über Gespräche mit den Palästinensern. Aus palästinensischen Kreisen verlautete, an dem Treffen hätten neben Ben-Elieser und El Jahja auch Arafats Sicherheitsberater Mohammed Dahlan sowie der palästinensische Geheimdienstchef Amin el Hindi teilgenommen. Noch am Sonntag hatte Regierungssprecher Raanan Gissin unter dem Eindruck der jüngsten Anschläge erklärt, es gebe derzeit keinen Gesprächsbedarf. Zugleich hatte er den Vorwurf an die Palästinenser-Regierung wiederholt, sie unterstütze extremistische Aktivitäten.

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