Humanitärer Hilfe stehen Hindernisse im Weg: Hilfsorganisationen warnen vor humanitärer Katastrophe

Humanitärer Hilfe stehen Hindernisse im Weg
Hilfsorganisationen warnen vor humanitärer Katastrophe

Angesichts eines drohenden längeren und blutigeren Irak-Krieges haben Hilfsorganisationen am Montag vor einer humanitären Katastrophe in dem weitgehend von Nahrungsmittelhilfen der Vereinten Nationen (UN) abhängigen Irak gewarnt.

Reuters AS SAJLIJA. Basra als zweitgrößte Stadt Iraks mit zwei Mill. Einwohnern stehe am Rande einer Katastrophe, nachdem durch Stromausfall 60 % der Wasserversorgung nicht mehr funktionierten, hieß es beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). Dem Welternährungsprogramm der UNO (WFP) zufolge, könnten zwar die Lebensmittel in Irak bis Ende April ausreichen, doch warnte die Organisation, durch eine längere Dauer des Krieges könnte das für viele Iraker lebenswichtige Programm Öl für Nahrungsmittel unerwartet lange unterbrochen bleiben. Das Programm, das Irak im Rahmen der 1990 verhängten UNO-Sanktionen erlaubt, Öl zu verkaufen und den Erlös zum Erwerb von Lebensmitteln einzusetzen, ist seit dem Beginn des Krieges am Donnerstag unterbrochen. Etwa 60 % der 26 Mill. Iraker sind von dem Programm abhängig.

Den Bemühungen um humanitäre Hilfe standen bereits vor Beginn des Krieges Hindernisse im Weg. So zögerten zunächst große Geberländer, Gelder auszuzahlen, weil sie befürchteten, sie könnten in den Ruf geraten, für den unpopulären, von der UNO nicht unterstützten Krieg zu sein. Vielen Organisationen fehlten dadurch die erforderlichen Mittel. Weitere Rückschläge mussten seit Beginn des Krieges hingenommen werden. So können Schiffe mit Hilfsgütern den einzigen Tiefwasserhafen Iraks, Um Kasr, nicht anlaufen, solange das Militär die Gewässer noch nach Minen absucht.

Die Wiederherstellung der Wasserversorgung in Basra ist nach den Worten des für die Region zuständigen IKRK-Generaldirektors Balthsar Staehelin so lange nicht möglich, bis die Mitarbeiter des Roten Kreuzes die erforderlichen Sicherheitsgarantien erhalten. In Basra, Um Kasr und Al Nassirija treffen die von den USA geführten Einheiten noch immer auf Widerstand. Der Oberkommandierende der US-Truppen in der Golf-Region, Tommy Franks, versprach aber am Montag, Basra und Um Kasr würden bald humanitäre Hilfe erhalten.

Iraker müssen unterdessen schmutziges Wasser aus Brunnen trinken, andere durchkämmen Krankenhäuser auf der Suche nach Medikamenten, und Zivilisten geben sich als Soldaten aus und ergeben sich in der Hoffnung, von den US- und britischen Streitkräften als Gefangene etwas zu essen zu bekommen.

Staehelin sagte: "Wenn wir es nicht schaffen, die Wasserversorgung in Basra sehr schnell in ausreichendem Maß wieder herzustellen, werden wir eine humanitäre Krise erleben". Durch den Ausfall des Wafa-el-Kaed-Wasserwerkes seien 60 % der Wasserversorgung Basra blockiert. Die Qualität der verbleibenden 40 % sei schlecht und nicht ausreichend für eine Stadt dieser Größe. Derzeit können die Temperaturen in Basra am Tag bis auf 40 Grad ansteigen.

Angesichts der kritischen Situation für die Bevölkerung drängte auch UNO-Generalsekretär Kofi Annan auf rasche Maßnahmen zur Wiederherstellung der Wasser- und Stromversorgung in der Millionenstadt Basra. "Eine Stadt dieser Größe kann es sich nicht leisten, für längere Zeit ohne Elektrizität oder Wasser zu sein. Abgesehen davon kann man sich vorstellen, was das für die sanitäre Situation bedeutet", sagte Annan.

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