Hundt warnt vor Arbeitsplatzvernichtung
Wiesehügel droht mit wochenlangem Streik

Kurz vor Beginn des ersten bundesweiten Streiks der Nachkriegsgeschichte in der Baubranche hat der IG-Bau-Vorsitzende Klaus Wiesehügel mit einem harten und langen Arbeitskampf gedroht.

Wiwo/ap/rtr BERLIN/HAMBURG. "Die Wut auf den Baustellen ist groß", betonte Wiesehügel in der "Bild"-Zeitung. Der Streik werde sich von größeren Baustellen im Norden wellenartig ausweiten. Notfalls werde die Arbeit wochenlang ruhen. Auch auf Autobahnbaustellen könne schon in dieser Woche gestreikt werden, sagte Wiesehügel.

Mit dem Streik will die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt die Arbeitgeber zum Einlenken im Tarifstreit zwingen. Die IG Bau verlangt 4,5% mehr Lohn für die rund 950 000 Beschäftigten, die Arbeitgeber boten zuletzt 3%. Als Knackpunkt gilt vor allem die Forderung nach einer Erhöhung des Mindestlohns im Osten von derzeit 8,63 ?. Vor allem an diesem Thema war jüngst auch die Schlichtung unter Vorsitz des CDU-Politikers Heiner Geißler gescheitert.

Hundt warnt Gewerkschaften

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat das Verhalten der Gewerkschaften in der Tarifrunde 2002 scharf kritisiert. Es gebe seit einem Jahr kein Wachstum und die Zahl der Arbeitslosen liege im Jahresdurchschnitt bei fast vier Millionen, sagte Hundt in der "Berliner Zeitung" vom Montag. Wer in dieser schlechten wirtschaftlichen Lage einen Streik nach dem anderen provoziere, nehme die Vernichtung von Arbeitsplätzen in Kauf.

"Vor allem die IG Bau und (die Dienstleistungsgewerkschaft) Verdi scheinen von allen guten Geistern der Tarifautonomie und der sozialen Marktwirtschaft verlassen", sagte Hundt der "Berliner Zeitung" weiter. Er warf beiden Gewerkschaften vor, auf einen "brutalen Konfrontationskurs" zu setzen, um ihren Mitgliederschwund zu stoppen. Auf diese Weise würden die Gewerkschaften die Unternehmen aus der Tarifbindung treiben. Vor allem kleine und mittlere Betriebe könnten die durch Streiks erpressten Tarifabschlüsse nicht verkraften. "So hat unsere Tarifautonomie keine Zukunft", erklärte Hundt.

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