Hunger auf günstige Autos soll schnell gestillt werden
VW regt den Appetit der Chinesen an

Mit einem breiteren Angebot rüstet sich VW für die angekündigte Öffnung des chinesischen Marktes. Ein Konzernsprecher bestätigte am Mittwoch, dass das deutsche Unternehmen vom kommenden Jahr an auch eine Stufenheck-Version des Kleinwagens Polo in China produzieren und verkaufen werde.

mg/zel/hof PEKING/DÜSSELDORF. Seit Anfang dieses Jahres können chinesische Kunden bereits das Polo-Grundmodell erwerben. Auch ein Volkswagen-Angebot, das preislich unter dem Polo liegen wird, dürfte schon bald in China angeboten werden.

VW reagiert mit Modelloffensive

Volkswagen reagiert mit seiner Modelloffensive auf die wachsende Konkurrenz im "Reich der Mitte". Noch sind die Wolfsburger Nummer eins im bevölkerungsreichsten Land der Erde, ihr Marktanteil liegt bei mehr als 50 %. Doch mit dem Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation WTO wird es schwerer, diese Position zu halten. VW muss sich vor allem darauf einstellen, dass weitere internationale Konzerne nach China drängen werden.

Der VW-Konzern ist durch Joint-Ventures mit zwei Werken in China vertreten. Im nordostchinesischen Changchun laufen der Bora und der Jetta von den Bändern, außerdem wird dort von der Konzerntochter Audi das Mittelklasse-Modell A6 produziert. In Schanghai im Süden des Landes lässt Volkswagen den Polo und den betagten Santana produzieren, der bereits in den 80er-Jahren aus dem deutschen Straßenbild verschwunden ist.

Bislang läuft es für die Wolfsburger in China noch gut. Volkswagen zeigt sich mit den Geschäften in diesem Jahr zufrieden. In den ersten sieben Monaten habe das Werk in Changchun seine Produktionszahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 66 % steigern können, sagte VW-Sprecher Michael Wilkes. In der Fabrik werde an der Kapazitätsgrenze gearbeitet, die Lager seien leer.

Jetta ist in die Jahre gekommen

Wilkes wollte keine Angaben zu möglichen weiteren Neuerungen in der Modellpalette machen. Berichte darüber, dass das aktuelle Golf-Modell aus Europa vom kommenden Jahr an auch in China produziert werde, bezeichnete er als "Spekulation". In der Automobilbranche wird dies allerdings für sehr wahrscheinlich gehalten. Der in Changchun gefertigte Jetta ist in die Jahre gekommen und braucht einen Nachfolger. Zusätzlich beginnt in Deutschland im nächsten Jahr die Produktion eines neuen Golf-Modells - alte Fertigungsanlagen können weiter in China genutzt werden. In Wolfsburg heißt es dazu: "Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen." Der Golf als das erfolgreichste VW-Modell befinde sich mit anderen in Untersuchungen über die Marktbedürfnisse und Kundenwünsche in China.

Preisgünstiger Kleinwagen soll in Produktion gehen

Ziemlich wahrscheinlich ist dagegen die Erweiterung des Modellprogramms nach unten: VW-Vertriebsvorstand Robert Büchelhofer hatte angekündigt, dass in China künftig ein preisgünstiger Kleinwagen produziert werden soll, der weniger als die psychologische Marke von 100 000 Yuan (etwa 12 300 Euro) kosten soll. "Wir werden in dieses am schnellsten wachsende Segment kurzfristig mit einem Modell aus der bestehenden Palette einsteigen", bestätigte auch ein VW-Sprecher in Wolfsburg. Der einzige Volkswagen, der das Preiskriterium erfüllt, ist der Kleinwagen Gol. Er wird derzeit ausschließlich in Brasilien gefertigt. Investieren will VW in neue Modelle für den chinesischen Markt in den kommenden Jahren in einer Größenordnung von rund 2,5 Mrd. Euro, bestätigt VW.

Dementiert werden dagegen in Wolfsburg erneut Magazinberichte, wonach dem Konzern neue drastische Sparmaßnahmen drohen. Bereits vor Wochen hatte VW entsprechenden Gerüchte widersprochen. Über die ständige Suche nach Effizienzsteigerungen hinaus gebe es keine neuen Kostensenkungsprogramme, heißt es.

Quelle: Handelsblatt

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