Hungersnot in Vietnam - Flut in China
Weltweit spielt das Wetter verrückt

Nach dem Hochwasser droht die Hungersnot: In Südostasien haben schwere Überschwemmungen entlang des Mekong-Flusses mehr als 10 000 Menschen in die Flucht getrieben. Über 310 000 Vietnamesen leiden nach offiziellen Angaben wegen überfluteter Reisfelder bereits unter Lebensmittelknappheit.

HB/dpa HANOI/PEKING. In Kambodscha kamen durch Hochwasser mindestens 14 Menschen ums Leben. In Zentralchina entspannte sich die Lage weiter, doch wurde noch keine Entwarnung gegeben. Auch Europa machen die Wetterkapriolen noch immer zu schaffen: In Frankreich wütete ein Mini-Tornado, in Spanien kam es zu Erdrutschen, im Süden Deutschlands und in der Schweiz gab es heftige Gewitter.

Im Süden Vietnams bereiten sich sich Behörden auf die Unterbringung von mehreren tausend Menschen vor, die vor den Fluten des Mekong flüchten könnten. Mehr als 700 Tonnen Hilfsgüter seien in die betroffenen Regionen gebracht worden. Im Nachbarland Kambodscha sprach Ministerpräsident Hun Sen von einer «katastrophalen Lage». Am Unterlauf des Mekong wird für Ende der Woche die Ankunft des Hochwassers erwartet. Die Regierung bat die internationale Gemeinschaft um Hilfen für die betroffenen Menschen.

Die Deiche in Wuhan halten

In China erreichte die Flut auf dem Jangtse-Strom die sieben Millionen Einwohner zählende Metropole Wuhan, doch hielten die Deiche. Der Wasserpegel stieg seit Sonntagabend nicht höher, berichtete das Hochwasserzentrum der Stadt. Auch der Pegel im Dongting-See, dem zweitgrößten Chinas, ging weiter zurück. Allerdings bestand am See weiter Gefahr für die aufgeweichten Deiche, weil der Druck der Wassermassen anhielt.

Im Westen Indiens kamen beim Monsunregen sieben Menschen ums Leben. Sechs Bewohner des westlichen Bundesstaates Gujarat erlitten tödliche Stromschläge, weil nicht isolierte Drähte unter Wasser standen. Ein Mann starb, als eine aufgeweichte Wand einstürzte. Seit Beginn des Monsuns im Juni sind in Indien mehr als 600 Menschen ums Leben gekommen. Am schlimmsten ist es im östlichen Bundesstaat Bihar, wo 15 Millionen Menschen in überfluteten Gebieten leben.

In Europa traf es diesmal besonders Südfrankreich. Ein Mini- Tornado mit heftigen Regenfällen zog in der Nacht zum Montag über die Region hinweg und überflutete Straßen und Keller. Bäume stürzten um, Straßen mussten nach Erdrutschen gesperrt werden. Vor allem in Nizza, aber auch im Südwesten waren die Helfer im Dauereinsatz. In Spanien kämpfte vor allem das Baskenland mit Überschwemmungen. In der Ostschweiz richtete ein Unwetter am Sonntagabend Millionenschäden an. Auch in Bayern und Baden-Württemberg gab es starke Regengüsse. Vor allem in Oberfranken und Schwaben wurden viele Keller überflutet; Bäche traten über die Ufer.

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