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Hungrige Aktionäre

Heute geht es um ein Thema, über das die Unternehmen nur ungerne reden: Kleinaktionäre und öffentliche Hauptversammlungen.

Heute geht es um ein Thema, über das die Unternehmen nur ungerne reden: Kleinaktionäre und öffentliche Hauptversammlungen. Was mir nun schon seit einigen Jahren auffällt, ist der Hunger, mit dem einige private Investoren zu Aktionärstreffen gehen.

Bei der Londoner Börse ließ sich das in diesen Tagen wieder sehr gut beobachten: Da schaufelten sich einige Vertreter Dutzende von Sandwiches auf viel zu kleine Teller. Manchmal schoben sie den größten Teil des Inhalts der aufgestellten Silberplatten gleich in mitgebrachte Plastiktüten.

Die einschlägigen Kleinaktionäre, von denen einige dem Vernehmen nach nicht mehr als einen Anteilsschein besitzen, kennen sich untereinander und grüßen sich freundlich. Bei der Börse liessen sich einige der härtesten Vertreter daran erkennen, dass sie Tüten des Supermarktes Sainsbury trugen. Die hatten sie mitsamt Inhalt erst wenige Stunden zuvor beim dortigen Zusammentreffen bekommen.

Nun sind solche Verhaltensweisen auch deutschen Unternehmen nicht fremd. In Großbritannien scheint diese Ausprägung des "Raubtierkapitalismus" jedoch noch stärker. Und das Verhalten hatte bereits Konsequenzen. Aus Kreisen der Londoner Börse heißt es, man habe sich sehr genau überlegt, wie man Aktionäre davon überzeugen kann, "wegen der richtigen Gründe" zu den Treffen zu kommen.

Eine naheliegende Idee war, die Qualität des Essens zu verschlechtern. Und so geschah es. War die "Exchange" noch vor Jahren wegen ihrer guten Speisen in Aktionärs-Kreisen berühmt, gibt es heute nur noch ein paar Sandwiches, Chips - immerhin noch etwas Wein und ein paar Säfte.

Doch davon lassen sich die richtig Hungrigen natürlich nicht abschrecken. Sie eroberten die Silberteller, als gäbe es kein Morgen.

Ich will es nicht hoffen, aber es fehlt nicht mehr viel, und Großbriannien hat seine ganz eigene Debatte über "Heuschrecken".

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