Hurrikan-Alarm
„Gustav“ hält Bush von Parteitag fern

US-Präsident George W. Bush und Vizepräsident Dick Cheney haben ihren geplanten Auftritt beim Parteitag der US-Republikaner wegen des Hurrikans „Gustav“ abgesagt. Sie würden nicht wie geplant zum Auftakt an diesem Montag zu den Delegierten in Minneapolis/St. Paul sprechen.

HB WASHINGTON. Wie der TV-Sender CNN berichtete, werde es vermutlich weitere Änderungen des Programms geben. Es würde schlecht aussehen, wenn der Parteitag feiere, während Hunderttausende Menschen vor einem Hurrikan flüchten müssten.

Kritiker werfen Bush und Cheney vor, sie hätten vor drei Jahren beim Wirbelsturm „Katrina“ viel zu spät gehandelt. Damals waren in New Orleans 1800 Menschen ums Leben gekommen. Der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain und seine Vize- Kandidatin Sarah Palin wollten noch am Sonntag in die Krisenregion reisen.

Bürgermeister Ray Nagin warnte vor der "Mutter aller Stürme" und rief die Bürger auf, die Gefahr ernst zu nehmen. Nachdem der Sturm zuvor mit voller Wucht den Westen Kubas getroffen und dort schwere Schäden angerichtet hatte, befand er sich am Sonntagmorgen über dem Golf von Mexiko. Auf seinem zerstörerischen Zug durch die Karibik hat "Gustav" bereits mehr als 80 Menschen das Leben gekostet.

Am Sonntagmorgen, 4.00 Uhr Ortszeit (10.00 Uhr MESZ), war das Zentrum des Hurrikans noch 680 Kilometer von der Mündung des Mississippi entfernt. Mit einer Geschwindigkeit von 26 Stundenkilometern bewegte er sich in Richtung US-Küste. Dort wird er nach den Berechnungen der Meteorologen am späten Montagabend oder am frühen Dienstag auf Land treffen.

"Der Sturm ist so heftig und wird jeden Tag heftiger", sagte Nagin nach Angaben des Nachrichtensenders CNN. "Ich bin nicht sicher, dass wir so etwas je gesehen haben." "Gustav" sei der Sturm des Jahrhunderts.

Im Westen Kubas hatte der Sturm am Samstag und in der Nacht zum Sonntag für erhebliche Verwüstungen gesorgt. Vorsorglich waren nach Angaben der Zivilverteidigung 300 000 Menschen aus besonders gefährdeten Orten in Sicherheit gebracht worden.

Laut Radio Havanna wurden Häuser und Wohnungen beschädigt, Bäume und Strommasten stürzten um, Straßen standen nach schweren Regenfällen unter Wasser. 50 Kilometer südlich der Hauptstadt schlugen fünf Meter hohe Wellen an den Strand. Betroffen war auch die vorgelagerte Touristeninsel Isla de la Juventud, die Kubas wichtigster Fruchtlieferant ist. In Havanna selbst war die Versorgung mit Strom, Gas und Wasser unterbrochen, der öffentliche Nahverkehr ruhte.

Ob Menschen verletzt wurden, war zunächst nicht bekannt. Bei dem Wirbelsturm der zweitstärksten Kategorie vier wurden am Samstag bereits Spitzengeschwindigkeiten von knapp 240 Stundenkilometern gemessen.

Die Meteorologen befürchten, dass er über dem Golf von Mexiko noch weiter an Stärke zunimmt und die höchste Kategorie fünf erreichen wird, bevor er die Küste erreicht.

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