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Hurrikan „Frances“ verwüstet Raumfahrtzentrum

Hurrikan „Frances“ hat die schlimmsten Schäden in der Geschichte des Raumfahrtzentrums der US-Weltraumbehörde NASA in Cape Canaveral (Florida) angerichtet. Dadurch sei der Neustart des Space-Shuttle-Programms im kommenden Frühjahr gefährdet.

dpa MIAMI/WASHINGTON. Hurrikan "Frances" hat die schlimmsten Schäden in der Geschichte des Raumfahrtzentrums der US-Weltraumbehörde NASA in Cape Canaveral (Florida) angerichtet. Dadurch sei der Neustart des Space-Shuttle-Programms im kommenden Frühjahr gefährdet.

Dies teilte die NASA am Dienstag in Washington mit. Nach dem Abklingen des Hurrikans finden Millionen Menschen in Florida nur langsam zur Normalität zurück. Unterdessen soll ein neuer Hurrikan im Lauf der Woche die Dominikanische Republik, Haiti und Kuba erreichen. Von dort aus könnte "Ivan" den Meteorologen zufolge auch bis nach Florida ziehen.

Der Direktor des Zentrums in Cape Canaveral, Jim Kennedy, befürchtet, dass die Space-Shuttle-Pläne geändert werden müssen, wie der Sender CNN berichtete. Der Orkan habe in den vergangenen Tagen etwa 1000 Außenplatten von dem Gebäude des Kennedy Space Centers abgerissen, in dem Raumfähren montiert werden, heißt es in der NASA - Mitteilung.

Auch am Dienstag mussten nach Angaben des Roten Kreuzes noch über 50 000 Menschen in Notunterkünften bleiben, weil ihre Häuser und Wohnungen unbewohnbar waren. Viele tausende Häuser und Wohnwagen, Yachten und Boote sind zerstört oder beschädigt, zahlreiche Obstplantagen und Sandstrände schwer in Mitleidenschaft gezogen. Etwa drei Millionen Menschen waren nach CNN-Angaben noch ohne Strom. Die Wasserversorgung funktionierte vielerorts nicht, die meisten Geschäfte blieben zu. In den Supermärkten drängelten sich die Menschen auf der Suche nach Trinkwasser, Grundnahrungsmitteln und Batterien. Vor den Tankstellen bildeten sich kilometerlange Schlangen.

Durch den Hurrikan waren insgesamt neun Menschen ums Leben gekommen. Der Schaden wird auf bis zu zehn Mrd. $ (acht Mrd. ?) geschätzt. Hurrikan "Charley", der sehr viel schwächer als "Frances" war, hatte vor drei Wochen an der Westküste Floridas viele Menschen unvorbereitet getroffen und 23 Opfer gefordert. Diesmal hatten 2,8 Millionen Menschen in der größten Evakuierungsaktion der Geschichte Floridas ihr Zuhause vorsichtshalber verlassen.

US-Präsident George W. Bush wollte am Mittwoch Florida besuchen. Das Weiße Haus will den Kongress auffordern, Florida zwei Mrd. $ Soforthilfe zu bewilligen.

Hurrikan "Ivan" erreichte mit Windgeschwindigkeiten von 185 Kilometern pro Stunde und heftigen Regenfällen am Dienstag die kleinen Antilleninseln in der Karibik. Nach Angaben des US-Hurrikan- Zentrums in Miami lag das Auge des Wirbelsturms am Morgen (Ortszeit) zwischen Barbados und Tobago. Von dort rückte das Unwetter mit rund 30 Kilometern pro Stunde auf Grenada und die Grenadinen vor. Hurrikanwarnung bestand auch für St. Vincent und Trinidad.

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