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Hurrikan „Ivan“ forderte bislang 50 Menschenleben

Der mächtige Hurrikan „Ivan“ hat auf seinem Weg durch die Karibik schon mehr als 55 Menschen das Leben gekostet. Auf Jamaika starben nach Angaben des dortigen Zivilschutzes mindestens 15 Menschen.

dpa MEXIKO-STADT/KINGSTON. Der mächtige Hurrikan "Ivan" hat auf seinem Weg durch die Karibik schon mehr als 55 Menschen das Leben gekostet. Auf Jamaika starben nach Angaben des dortigen Zivilschutzes mindestens 15 Menschen.

Die drittgrößte Karibikinsel wurde allerdings von der vollen Wucht des Wirbelsturms verschont, weil er entgegen allen Prognosen am Samstag westlich an ihr vorbeizog. Am Sonntag lagen die Cayman-Inseln und Kuba auf seinem Kurs. Der US-Bundesstaat Florida, der in den vergangenen Wochen schon von den Wirbelstürmen "Charley" und "Frances" heimgesucht worden war, bleibt von "Ivan" möglicherweise verschont.

Auf Jamaika, wo schon Erinnerungen an den fürchterlichen Hurrikan "Gilbert" aus dem Jahr 1988 wach wurden, begannen am Sonntag die Aufräumarbeiten. "Wir haben hier recht viele zerstörte Dächer. Einige, aber nicht sehr viele Gebäude sind zusammengebrochen. Vor allem aber blockieren sehr viele umgestürzte Bäume die Straßen", sagte der stellvertretende Direktor des Katastrophenschutzzentrums, Ronald Jackson, der dpa. Einige der Getöteten seien von Bäumen erschlagen worden, andere seien ertrunken. 11 836 Menschen harrten noch in Notquartieren aus. Jamaikas Premierminister Percival J. Patterson hatte am Samstag nach Plünderungen eine nächtliche Ausgangssperre verhängt.

Am Sonntagmorgen lag das Auge des Sturms nach Angaben des US- Hurrikan-Zentrums in Miami rund 55 Kilometer südlich der Insel Grand Cayman. In der Nacht zuvor hatte "Ivan" zeitweise über dem Meer die außergewöhnliche Windgeschwindigkeit von 270 Kilometern pro Stunde erreicht. Mit 250 Kilometer pro Stunde zog er dann am Morgen langsam west-nordwestwärts und sollte im Laufe des Sonntags stärker in Richtung Nordwesten drehen. Am Montag wurde der Zyklon über dem Westen Kubas erwartet.

Auf Kuba liefen schon seit Donnerstag die Vorbereitungen auf "Ivan, den Schrecklichen", wie er dort bereits getauft wurde. 170 000 Menschen mussten besonders gefährdete Zonen verlassen. Staats- und Parteichef Fidel Castro trat in seiner olivgrünen Uniform im Fernsehen auf und verglich den Hurrikan mit einem "Atomschlag". "Wir sind aber auf eine mögliche Katastrophe besser vorbereitet als alle anderen, so wie wir auch auf den Krieg vorbereitet sind", sagte Castro und versicherte, Kuba werde keine Hilfe von den feindseligen USA annehmen.

Kuba war erst im August vom Hurrikan "Charley" schwer getroffen worden. Die Hauptstadt Havanna ist wegen ihrer vielen baufälligen Häuser besonders verwundbar. Bis zum Samstag wurden die ufernahen Hotels evakuiert und die Touristen in Unterkünfte landeinwärts umquartiert. Einige zeigten sich nach einem Bericht des Fernsehsenders CNN enttäuscht: Sie hätten einen "Urlaub in der Sonne" gebucht und nicht mit einem solchen Unwetter gerechnet.

In Florida waren schon am Freitag die Keys, eine vorgelagerte Inselkette, zum größeren Teil evakuiert worden. Am Samstag kam Hoffnung auf, dass "Ivan" wegen seiner leichten Westdrift Florida verschonen würde. Nach "Charley" und "Frances" wäre es sonst das erste Mal seit 1964, dass der "Sonnenstaat" in einer Hurrikan-Saison von drei Wirbelstürmen getroffen würde.

Von "Ivan" am schwersten betroffen war bisher die Insel Grenada. Nach Angaben der karibischen Nachrichtenagentur CMC erhöhte sich dort die Zahl der Toten auf 35. Rund 90 % der Häuser in der Hauptstadt St. George's wurden zerstört oder beschädigt. Mehrere Unwettertote gab es auch in Venezuela, Kolumbien und in der Dominikanischen Republik. In Florida wurde ein deutscher Tourist leblos aufgefunden, nachdem er in dem noch von "Frances" aufgewählten Meer gebadet hatte.

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