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Hurrikan „Jeanne“ nach Zerstörungszug nur noch Tropensturm

Nach seinem tödlichen Zerstörungszug durch die Karibik hat Hurrikan „Jeanne“ am Sonntag Florida heimgesucht. Es war der vierte Hurrikan innerhalb von nur sechs Wochen, der den US-Bundesstaat traf. Gouverneur Jeb Bush sprach von „erheblichen“ Schäden durch „Jeanne“. Für genauere Schätzungen sei es aber noch zu früh.

dpa WASHINGTON/NASSAU. Nach seinem tödlichen Zerstörungszug durch die Karibik hat Hurrikan "Jeanne" am Sonntag Florida heimgesucht. Es war der vierte Hurrikan innerhalb von nur sechs Wochen, der den US-Bundesstaat traf. Gouverneur Jeb Bush sprach von "erheblichen" Schäden durch "Jeanne". Für genauere Schätzungen sei es aber noch zu früh.

In Miami starb ein Mann an den Folgen eines Stromschlages durch eine herabgerissene Leitung. Nach Schätzungen waren am Sonntagnachmittag rund 1,5 Millionen Menschen ohne Elektrizitätsversorgung, während die mittlerweile zu einem Tropensturm abgeschwächte "Jeanne" von Osten quer durch Florida nach Nordwesten zog. Energieunternehmen warnten, dass viele Betroffene bis zu drei Wochen lang ohne Strom sein könnten.

Das Fernsehen vermittelte nunmehr fast gewohnte Bilder aus dem "Sonnenscheinstaat": Sturzflutartige Regenfälle setzten weite Gebiete unter Wasser, hohe Wellen peitschten die Küste und rissen Teile der Sandstrände mit sich, gewaltige Sturmböen mit bis zu 185 Stundenkilometern deckten Dächer ab, entwurzelten Bäume und rissen Strommasten um.

"Mean Jeanne" ("die böse Jeanne") hatte bereits in Haiti eine Spur der Verwüstung hinterlassen und etwa 1 300 Menschen getötet. Danach war der Hurrikan am Samstagnachmittag auf die Bahamas-Inseln geprallt. Eine Sturmflut von bis zu zwei Meter sorgte dort vielerorts für Überschwemmungen. Anscheinend gab es aber wie durch ein Wunder weder Tote noch Verletzte.

Auch in Florida räumten Behörden ein, dass es bei allem Unglück noch hätte schlimmer kommen können. Allerdings wurde damit gerechnet, dass sich die Zahl der Opfer im Zuge der Such- und Aufräumarbeiten erhöhen könnte. "Jeanne" war zehn Minuten vor Mitternacht (Ortszeit) bei Stuart an der Ostküste Floridas mit voller Wucht auf Land getroffen. Es war nahezu dieselbe Region und die gleiche Uhrzeit wie bei Hurrikan "Frances" vor drei Wochen. Solche Parallelen hat es nach Angaben des Hurrikan-Zentrums in Miami seit Beginn der Aufzeichnungen 1 851 nicht gegeben.

"Jeanne" wirbelte dann am Sonntag in Richtung Tampa Bay an der Westküste und streifte dabei Orlando mit seinen Vergnügungsparks. Allein hier wurde ein Drittel der Einwohner von der Stromversorgung abgeschnitten. Meteorologen errechneten, dass der Sturm nach seinem Zug quer durch den Staat kurz in den Golf von Mexiko ziehen würde, um dann im Westen Floridas erneut auf Land zu treffen und sich anschließend nordöstlich in Richtung Georgia sowie South und North Carolina zu bewegen. In allen drei Staaten wurden erneut massive Regenfälle mit Überschwemmungen und Erdrutschen befürchtet. Für Georgia wurde bereits vorsorglich der Notstand ausgerufen.

Die Behörden in Florida hatten vor "Jeannes" Eintreffen drei Millionen Menschen aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Trotz unablässiger Warnungen zeigten sich weite Teile der Bevölkerung aber "hurrikanmüde" und kamen der Aufforderung zur Evakuierung nicht nach.

Gouverneur Jeb Bush versprach den Betroffenen bei einem Besuch in Stuart schnelle Hilfe. Bereits zuvor hatte er seinen Bruder, US-Präsident George W. Bush, ersucht, Florida zum vierten Mal innerhalb von sechs Wochen zum Katastrophengebiet zu erklären. Damit kann rasch Bundeshilfe an die leidgeprüfte Bevölkerung fließen.

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