Hussein lebt in einem kleinen Haus
Zeitung: Saddam ruft in Brief Iraker zu Aufstand auf

Eine führende arabische Zeitung hat am Mittwoch in London einen Brief veröffentlicht, der von dem entmachteten irakischen Präsidenten Saddam Hussein stammen soll. Saddam ruft darin sein Volk zu einem Aufstand gegen die Truppen der USA und Großbritanniens auf.

Reuters LONDON. "Wir haben (den Brief) gestern per Fax erhalten und glauben, dass er echt ist", sagte der Chefredakteur der Zeitung "El Kuds", Abdel Bari Atwan, der Nachrichtenagentur Reuters. Der Brief sei von Hand geschrieben, von Saddam unterzeichnet und mit dessen Geburtstag, dem 28. April, datiert. "Ich kenne seine Unterschrift, und diese hier sieht genauso aus, aber ich bin kein Experte", fügte er hinzu. Außer dem Text und einem Foto des Briefes veröffentlichte das Blatt auch Expertenaussagen, nach denen der Brief echt ist. Falls es stimmt, wäre dies der erste Hinweis darauf, dass Saddam die US-Angriffe auf Bagdad überlebt hat.

Saddam schreibt in dem Brief, dass er seine Paläste bereits vor langer Zeit aufgegeben habe und in einem kleinen Haus lebe. Er sagt nicht wo. Dann ruft er das irakische Volk dazu auf, sich nicht zu zerstreiten, sondern sich im Kampf gegen die Besatzer des Landes zu einen: "Steht gegen die Besatzer auf, vertraut nicht denjenigen, die über Sunniten und Schiiten reden. Denn das einzige Thema für Euer großartiges Land Irak ist die Besatzung."

"Es gibt nichts Wichtigeres als die ungläubigen, verbrecherischen, mörderischen und feigen Besatzer aus dem Land zu werfen", heißt es in dem Brief weiter. "Der Irak ... wird siegen ... und wir werden den Irak, den sie in Stücke teilen wollen, wieder aufbauen."

"Vereinigt euch und dann werden der Feind und die Verräter, die mit ihnen kamen, fliehen ... Boykottiert die Besatzer, das ist Eure Pflicht, wie sie der Islam, die Religion und die Nation von Euch fordern." Die Schuld für die Niederlage des irakischen Volkes im Kampf gegen die US-geführten Truppen schiebt Saddam auf Verräter, die er nicht näher bezeichnet.

Mit dem Brief würde das in London erscheinende Blatt nicht zum ersten Mal als Anlaufstelle benutzt, um Mitteilungen untergetauchter Personen an die Öffentlichkeit zu bringen. Es erhielt auch Briefe und E-Mails von dem moslemischen Extremisten Osama bin Laden, dem die USA die Anschläge am 11. September 2001 zur Last legen. Chefredakteur Atwan sagte, der Brief Saddams sei zwei Tage vor Erhalt des Faxes angekündigt worden und zwar von Leuten, die er als Mitglieder des irakischen Widerstands bezeichnete.

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