Hutchison Whampoa dementiert Gerüchte über einen Einstieg
Banken gewähren Mobilcom Zahlungsaufschub

Das teilte das Büdelsdorfer Unternehmen am Montag mit. Für die zusätzliche Frist fallen für Mobilcom keine Zinsen an.

olm/slo HONGKONG/DÜSSELDORF. Ende vergangener Woche hieß es noch aus Aufsichtsratskreisen, dass die Schonfrist sogar bis Ende Oktober verlängert würde. Dies konnte Mobilcom nicht bestätigen. Der Kredit von 4,7 Mrd. Euro wäre ursprünglich am Montag fällig gewesen. Mit dem Aufschub gewinnt Mobilcom mehr Zeit, um sich mit dem Großaktionär France Télécom über die Übernahme von Verbindlichkeiten zu einigen.

Der französische Telekomkonzern hatte ursprünglich mit den Banken vereinbart, das Darlehen in eigene Wandelanleihen umzuwandeln. Diese Vereinbarung ist offenbar auch Bedingung für die weitere Atempause, die die Banken Mobilcom jetzt gewährt haben. Das Bankenkonsortium steht unter der Führung von ABN Amro, Deutsche Bank, Société Générale und Merrill Lynch.

Unterdessen hat der Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa Berichte über einen Einstieg bei Mobilcom dementiert. Diese Gerüchte hatten den Kurs der Mobilcom-Aktie zeitweise um 11% anziehen lassen. Nach Klarstellung durch Hutchison verlor der Titel den Zugewinn allerdings wieder. Der Konzern gilt wegen seiner Finanzkraft als einziger ernst zu nehmender neuer Wettbewerber im deutschen Mobilfunkmarkt.

Doch Hutchison will bereits in Ländern wie Großbritannien und Italien mit UMTS starten. Mit einer UMTS-Lizenz in Deutschland, wo Hutchison bisher nicht vertreten ist, könnte sich der Konzern übernehmen, sagen Analysten. Ohnehin sei der Einstieg bei Mobilcom wegen des harten Wettbewerbs mit den etablierten Netzbetreibern T-Mobile, Vodafone D2, E-Plus und O2 nicht sehr lukrativ.

Mobilcom und der Betriebsrat wollen noch in dieser Woche mit den Verhandlungen über eine Sanierung des Unternehmens beginnen, den Mobilcom-Chef Thorsten Grenz am Freitag vorstellte. Demnach sollen knapp die Hälfte der 4200 Vollzeit-Arbeitsplätze wegfallen. Das Geschäft mit der neuen Mobilfunktechnik UMTS wird vorübergehend auf Eis gelegt. Mobilcom will so 130 Mill. Euro jährlich einsparen und Mitte nächsten Jahres wieder in die Gewinnzone kommen.

Quelle: Handelsblatt

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